Fußball-Chefs nach Anschlag: «Gedanken machen»
Frankfurt/Main (dpa) - 11.01.2010, 14:46 Uhr
Theo Zwanziger (r) und Reinhard Rauball unterhalten sich in Düsseldorf.
Ligapräsident Reinhard Rauball hat Konsequenzen aus dem blutigen Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft von Togo beim Afrika-Cup gefordert. «Wir können es nicht bei dem Satz bewenden lassen: Südafrika ist etwas anderes als Angola», sagte der 63-Jährige beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer am Kap. Darin sei er sich mit Theo Zwanziger, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), einig. «Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Sicherheitsfragen in den Griff bekommen», forderte Rauball, den auch die Sorge um die beim Afrika-Cup noch tätigen 14 Bundesliga- und fünf Zweitliga-Spieler umtreibt. Zwanziger verlangte ebenfalls ein «neues Nachdenken» - auch wenn Südafrika und Angola unterschiedliche Nationen seien.
Rauball sprach von einem «furchtbaren terroristischen Akt». Zwanziger zeigte sich ebenfalls geschockt über den Anschlag. «Der Vorfall ist unfassbar. Das ist schmerzlich und bedauerlich», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Im Hinblick auf die WM meinte er: «Wir vom DFB werden unseren Spielern und Betreuern vermitteln müssen, dass wir alles Erdenkliche für die Sicherheit tun.» Zwanziger empfindet die weltweiten Reaktionen «nicht als Panikmache». Das Sicherheitsszenario für Südafrika sei sicherlich ein ganz anderes. «Aber ich warne davor, das zu verharmlosen. Man muss das sehr, sehr ernst nehmen.» Für die Vorsichtsmaßnahmen rund um die Nationalmannschaft bei der WM haben die Vorfälle von Angola im Moment keine unmittelbaren Folgen. «Wir sind noch im Bereich der Konzeptionen», erklärte Zwanziger und verwies auf den Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn, der eng mit den Behörden vernetzt sei: «An diesen Modellen wird weiter gearbeitet - auch vor dem Hintergrund des Anschlags in Angola.» Bei dem Angriff von Rebellen auf den Mannschaftsbus Togos waren drei Menschen getötet und neun verletzt worden. Die Mannschaft hat sich daraufhin vom Afrika-Cup zurückgezogen. |