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Löw schürt Kampf um die 23 WM-Plätze

München (dpa) - 03.01.2010, 12:29 Uhr

Joachim Löw schürt den Konkurrenzkampf im deutschen Team.
Joachim Löw schürt den Konkurrenzkampf im deutschen Team.

Joachim Löw möchte den Konkurrenzkampf der deutschen Nationalspieler für die Fußball-Weltmeisterschaft bis kurz vor dem Turnierstart schüren.

Der Bundestrainer erwägt, wie schon vor der Europameisterschaft 2008 erneut mit mehr als 23 Akteuren ins Trainingslager zu gehen und den WM-Kader erst unmittelbar vor dem Meldeschluss beim Weltverband FIFA am 5. Juni zusammenzustreichen. Einen Tag später reist das DFB-Team nach Südafrika.

«Beim letzten Mal sind wir für diese Vorgehensweise zwar kritisiert worden, aber wir waren von der Notwendigkeit überzeugt», sagte Löw der «Welt am Sonntag». Vor zwei Jahren hatte er die Profis Marko Marin (inzwischen Werder Bremen), Patrick Helmes (Bayer Leverkusen) und den Schalker Jermaine Jones kurzfristig aussortiert. Er wolle ein erneutes WM-Casting «nicht ausschließen», kündigte Löw an: «Es ist denkbar. Das hängt von der Konstellation ab: Gibt es Spieler, bei denen wir uns nicht ganz sicher sind? Die wir zwar im Detail kennen, aber deren aktuelle Form wir noch einmal sehen wollen?», erläuterte der 49-Jährige seine Überlegungen.

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Als «eine Lehre aus der EM 2008» steht für Löw zudem fest, dass er keine Akteure mehr nominieren werde, die «in den Monaten vor dem Turnier nicht regelmäßig im Club gespielt haben». Diesen Fehler hatte er vor zwei Jahren mit Abwehrspieler Christoph Metzelder (Real Madrid) gemacht, der vor der EM lange verletzt gewesen war und so gut wie keine Spielpraxis besaß. Beim EURO-Turnier in Österreich und der Schweiz erreichte Metzelder dann nie seine Top-Form. Absolute Fitness sei in Südafrika aber Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden, glaubt Löw: «Denn das wird eine Weltmeisterschaft, bei der mit viel Tempo gespielt werden wird.»

Eine Vorentscheidung im Kampf um die Nummer 1 könnte dagegen schon beim ersten Länderspiel des Jahres am 3. März in München fallen. «Derjenige, der gegen Argentinien im Tor steht, hat auf jeden Fall einen Vorteil», kündigte Löw an. Der Leverkusener René Adler gilt nach seinen starken Vorstellungen in der entscheidenden Phase der WM- Ausscheidung als Favorit im Dreikampf mit dem Bremer Tim Wiese und dem Schalker Manuel Neuer. «Alle drei sind sehr gut», erklärte Löw und benannte die Qualitäten der Konkurrenten: «Neuer ist jung und stark in der Spieleröffnung. Wiese ist erfahren und spielt schon seit Jahren auf hohem Niveau. Und Adler hat sich nach einer durchwachsenen letzten Saison sehr gesteigert und uns zuletzt in wichtigen Länderspielen absolut überzeugt.»


Während alle DFB-Verantwortlichen den vierten WM-Titel übereinstimmend als Wunschziel benannt haben, weichen die Ansprüche bei den Minimal-Erwartungen voneinander ab. «Wir müssen die Vorrunde überstehen», sagte Löw. Teammanager Oliver Bierhoff legte die Messlatte in der «Bild»-Zeitung deutlich höher: «Minimalziel ist immer das Viertelfinale.» Die DFB-Auswahl trifft in der Vorrunde auf die Gruppengegner Australien, Serbien und Ghana.

Trotz der bereits erfolgten Handschlag-Verlängerung mit DFB- Präsident Theo Zwanziger beharrt Löw auf gewissen Forderungen vor der Unterschrift unter seinen neuen und bis 2012 laufenden Kontrakt. Er wolle vorher «gewährleistet haben, dass wir unter den bisherigen Voraussetzungen weiterarbeiten können, auf jeden Fall mit der einen oder anderen Verbesserung». Löw will darum zunächst die Verlängerung der ebenfalls nach der WM auslaufenden Verträge seines Assistenten Hansi Flick sowie von Torwarttrainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler abwarten. «Ich werde deshalb der Letzte sein, der seinen Vertrag unterschreibt», sagte Löw. Teammanager Bierhoff geht aber davon aus, dass sowohl sein eigener Kontrakt als auch die Verträge des gesamten Trainerteams noch in diesem Monat um zwei Jahre bis nach der Europameisterschaft 2012 verlängert werden.

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