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Aufklärer Bierhoff und das Abenteuer Südafrika

Kapstadt (dpa) - 03.12.2009, 16:47 Uhr

Für die DFB-Elitekicker wurde ein neuer Gebäudeflügel mit 30 Zimmern an das Hotel gebaut.
Für die DFB-Elitekicker wurde ein neuer Gebäudeflügel mit 30 Zimmern an das Hotel gebaut.

Für Oliver Bierhoff hat die WM-Mission Südafrika 2010 erst jetzt so richtig begonnen.

Einen Tag vor der Auslosung in Kapstadt meldete der deutsche Cheforganisator nach der Inspektion der Unterkunft und Trainingsgelegenheiten gut gelaunt erste Erfolge, aber viele Fragen bleiben. Erste Antworten über Gegner, Spielorte und Anreise wird das Los-Spektakel im Convention Center bringen. Danach muss in Windeseile das umfangreiche Vorbereitungsprogramm konkretisiert werden. Sieben Tage vor WM-Beginn will der deutsche Tross in Südafrika sein.

Für den Tag nach der Auslosung haben sich Bierhoff, Bundestrainer Joachim Löw und Assistent Hansi Flick zu einer Besprechung verabredet. Selbst der befürchtete Lagerkoller in der Nobel-Herberge «Grande Velmore» mit sehr begrenzten Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung spielt in Bierhoffs Überlegungen schon jetzt eine wichtige Rolle. «Es gibt noch wahnsinnig viel zu tun, aber jetzt freuen wir uns erstmal auf die Auslosung», meinte der deutsche Team-Manager, «ich dachte immer, eine WM-Gruppenauslosung ist entspannter als bei einer EM, aber wenn man hinschaut, was da zusammenkommen könnte, denkt man, das wird schon hart.»

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Bierhoff wird bei den Spielern viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, und dabei geht es nicht nur um das omnipräsente Sicherheitsthema. Mit der deutschen Botschaft in Pretoria und anderen soll der Austausch in den kommenden Wochen intensiviert werden. «Man muss die Spieler auf das Land einstimmen, dass alles ein bisschen länger hier dauert», erklärte Bierhoff und bestätigte der dpa zudem, dass es kein Gedenkspiel für Robert Enke geben wird. Ursprünglich gab es Überlegungen, im Januar eine Partie zu Ehren des Torhüters anzusetzen, der sich am 10. November das Leben genommen hatte. Der Wunsch von DFB-Präsident Theo Zwanziger, eine Robert Enke-Stiftung zu gründen, werde dagegen vorangetrieben.

Bierhoff nimmt seine Rolle als Aufklärer, Mahner und Macher sehr ernst. Er liest Bücher über Afrika, war selbst schon «fünf- oder sechsmal hier», ist in ständigem Austausch mit Kennern des Kontinents und fühlte sich bei der Besichtigung des Quartiers in Centurion erstmals bestätigt. «Das Hotel ist auf einem sehr guten Stand, da hatten wir Sorgen - es ist sehr schön. Wir können es uns sehr gut vorstellen, dass es uns dort gefällt», meinte er. Der Hoteldirektor hatte extra für die Elitekicker des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) einen neuen Gebäudeflügel mit 30 Zimmern bauen lassen.


Auch der Trainingsplatz entspricht den deutschen Vorstellungen. «Der Trainingsplatz genügt unserem Standard», erzählte Flick, «das ist ein Stadion mit Tartanbahn, einer Tribüne. Das ist optimal, vom Hotel nur zehn, 15 Minuten weg, kurze Wege sind für uns sehr wichtig. Mit diesen Begebenheiten sind wir sehr zufrieden.» Das beschränkte Freizeitangebot macht Bierhoff wesentlich mehr Sorgen. Außer einer Kartbahn ist in Hotelnähe praktisch nichts.

Bierhoff versuchte erst gar nicht, den zu erwartenden Lagerkoller schönzureden, denn Tischtennis, Billard, Heimkino und das bisschen Safari-Flair im «Velmore» werden die Stars auf Dauer nicht bei Laune halten. «Wir müssen verhindern, dass den Spielern die Decke auf den Kopf fällt», gab er zu, «es ist Winter in Südafrika. Es ist abends kalt, es wird früh dunkel, man ist eingeschlossen in irgendwelche Räume. Es wird sehr wichtig für uns sein, die Spieler zu führen, aber da sind wir erst in den Anfängen.»

Beim letzten Trainingslager sind die DFB-Verantwortlichen schon weiter. Zwölf bis 16 Tage lang in Kärnten oder Südtirol will sich das Team von Joachim Löw in WM-Form bringen. Drei Testspiele gilt es noch einzuplanen und die Kurz-Regeneration mit Familien auf Sardinien oder Sizilien. «Wir wollen Weltmeister werden. Diese Botschaft müssen wir transportieren», forderte Bierhoff, «das ist ein großes Ziel, aber darauf arbeiten wir hin.»

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