Deutschland in Topf 1 - Gegner Frankreich möglich
Kapstadt (dpa) - 02.12.2009, 12:43 Uhr
Auf dieser Bühne in Kapstadt findet die Auslosung für die WM 2010 statt.
Die Fußball-Nationalmannschaft gehört bei der Auslosung der WM-Gruppen zum elitären Kreis der acht Top-Teams. Eine ordentliche Portion des traditionellen deutschen Losglücks kann Bundestrainer Joachim Löw bei der Zeremonie in Kapstadt aber dennoch gut gebrauchen. Der neue Setzmodus des Weltverbandes FIFA könnte der DFB-Auswahl trotz der vermeintlich kommoden Lage in Topf 1 dicke Brocken bescheren. Eine Vorrundengruppe mit Frankreich, Mexiko und der Elfenbeinküste ist ebenso ein Szenario wie frühe Duelle gegen Portugal, die USA und Nigeria. Eine deutlich günstigere Konstellation für das Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 in Südafrika wäre eine gleichfalls mögliche Vorrundengruppe mit Algerien, Neuseeland und Slowenien. DFB-Chefcoach Löw wollte der Lostopfeinteilung nicht zu viel Bedeutung beimessen. «Es gibt viele Favoriten, die auf ganz hohem Niveau spielen können. Selbstverständlich wollen auch wir versuchen, so weit wie möglich zu kommen und das Turnier zu gewinnen. Das ist schon das Ziel», sagte er schon vor der Bekanntgabe der vier Töpfe. Auch Teammanager Oliver Bierhoff reagierte unaufgeregt. «Wir freuen uns jetzt auf die Auslosung, die Spannung wird am Freitag bei allen WM-Teilnehmern groß sein. Für uns ist alles möglich. Wir können durchaus auf drei schwere Brocken in der Vorrunde treffen», sagte er.
Die deutsche Auswahl gehörte seit der WM 1966 in England immer zu den Topgesetzten. Lediglich 1970 in Mexiko wurde von der FIFA keine Vorauswahl getroffen. Bei fast allen vergangenen WM-Auslosungen war Deutschland zudem mit Fortuna im Bunde und erwischte relativ leichte Gruppen. Bei der Heim-WM 2006 hießen die Gegner Costa Rica, Polen und Ecuador, die 2010 alle nicht mehr vertreten sind. Der Weltverband überraschte für die erste WM in Afrika mit einer simplen Topfeinteilung. Einziger Weg in die Elite-Trommel war der Stand der Weltrangliste im Oktober 2009. Meriten vergangener WM-Turniere spielten keine Rolle. Neben Gastgeber Südafrika, der als Gruppenkopf A1 auch das Eröffnungsspiel am 11. Juni in Johannesburg bestreiten wird, werden Rekordchampion Brasilien, Titelverteidiger Italien, Europameister Spanien, Argentinien, England und die Niederlande im Topf 1 sein. Auf diese Teams kann die DFB-Auswahl, die in dem Ranking Platz fünf belegte, frühestens im Achtelfinale treffen. |
Die drei anderen Lostrommeln wurden ausschließlich nach regionalen Kriterien gebildet, vergangene Ergebnisse spielten keine Rolle. In Topf 2 sind die Mannschaften aus Asien (Australien, Japan, Nordkorea und Südkorea), der Ozeanien-Vertreter (Neuseeland) und die Teams aus Nord- und Mittelamerika (Honduras, Mexiko, USA). In Topf drei befinden sich die Afrika-Vertreter (Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria) und die restlichen Südamerika-Teams (Chile, Paraguay, Uruguay). Topf 4 wird von den restlichen Europäern gebildet (Dänemark, Frankreich, Griechenland, Portugal, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien). Besonders Mexiko, 2006 noch topgesetzt und nun im Topf mit Außenseitern wie Neuseeland und Nordkorea, aber auch Vize-Weltmeister Frankreich und der WM-Vierte von 2006 Portugal gehören zu den großen Verlierern des hart diskutierten Setzsystems. Portugiesen und Franzosen hatten sich allerdings auch erst in der Playoffrunde für die WM qualifiziert, was die etwas konstruiert wirkende FIFA- Argumentation stützt. FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke trat Spekulationen über eine Abstrafung Frankreichs nach dem ungeahndeten Handspiel von Thierry Henry im WM-Playoff gegen Irland energisch entgegen. «Das hat nichts mit dem Setzen zu tun», sagte der Franzose in FIFA-Diensten. «Es muss ein einfaches und klar nachvollziehbares Setzsystem sein», erklärte Valcke. Das nun ausgerechnet die monatlich mit einem Sponsorennamen präsentierte Weltrangliste als Maßstab herangezogen wird, widerspricht dem Wunsch nach Simplifikation. Das Ranking hat in Fußballkreisen kaum Bedeutung und errechnet sich aus einem komplizierten und undurchsichtigen Punktesystem. Die Lostöpfe in der Übersicht: Topf 1: Südafrika, Brasilien, Spanien, Italien, Deutschland, Argentinien, England, Niederlande Topf 2: Japan, Südkorea, Nordkorea, Australien, Neuseeland, USA, Mexiko, Honduras Topf 3: Nigeria, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Algerien, Paraguay, Chile, Uruguay Topf 4: Frankreich, Portugal, Dänemark, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Griechenland, Serbien
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