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Töpfe als Politikum: DFB droht Ribéry oder Ronaldo

Kapstadt (dpa) - 01.12.2009, 10:38 Uhr

Auf dieser Bühne in Kapstadt findet die Auslosung für die WM 2010 statt.
Auf dieser Bühne in Kapstadt findet die Auslosung für die WM 2010 statt.

Rendezvous mit Franck Ribéry, Duell mit Cristiano Ronaldo oder doch wieder der Klassiker gegen Holland: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird bei der Auslosung der WM-Gruppen in Topf 1 der acht renommierten Top-Teams gesetzt sein.

Ein Blanco-Scheck für leichte Gegner im Sommer 2010 ist das aber nicht. Bundestrainer Joachim Löw sieht das gelassen: «Ich habe keine Wunschgegner.» Hinter den Kulissen wird in Kapstadt kurz vor Verkündung der Lostopf-Einteilung noch mächtig gefeilscht. Die Einsortierung der 32 Mannschaften auf vier Töpfe wird für das WM-Organisationskomitee der FIFA um den kamerunischen Vorsitzenden Isaa Hayatou zu einem Politikum und einem Kampf der Kontinentalverbände um günstige Konstellationen. Deutschland hat dank des guten Abschneidens bei den letzten beiden WM-Turnieren und der sicher abgeschlossenen Qualifikation den Platz in Topf 1 ebenso sicher wie Gastgeber Südafrika, Titelverteidiger Italien und Rekordchampion Brasilien.

Auch Europameister Spanien, der zuletzt wankende Südamerika-Krösus Argentinien und die wiedererstarkten Engländer sind gesetzt. Um den letzten freien Platz im ersten Topf buhlen noch Frankreich, Portugal und die Niederlande. Löw hat seine Favoritenliste bereits festgelegt: «Brasilien und Argentinien zählen von Tradition und Besetzung immer zu den Favoriten. Die Afrikaner muss man mit beachten. Und natürlich die Europäer, die in den vergangenen zwei, drei Jahren den Ton angegeben haben. England ist in der WM-Qualifikation ungeschlagen geblieben. Holland ist wie immer gut. Und vor allem Spanien.»

Das WM-Abschneiden 2002 und 2006, die Weltrangliste und die letzte WM-Qualifikation gelten als Kriterien für die Lostöpfe. Entscheidend wird sein, welches Detail am meisten Gewicht erhält. Frankreich und Portugal zitterten sich zur WM, waren aber 2006 unter den besten vier. Die Niederlande marschierten ungeschlagen Richtung Südafrika, waren aber 2006 schon im Achtelfinale raus und 2002 gar nicht dabei.

Nur wer von Topf 1 in Topf 2 mit den verbliebenen acht Europäern rutscht, kann zum deutschen Gegner werden. Die eigentliche Gefahr verbirgt sich für die Mannschaft von Joachim Löw aber in den anderen beiden Töpfen. Denn das Setzsystem der FIFA hat seine Tücken. War früher ein Platz in der besten Trommel die Garantie für leichte Lose, kann es diesmal dennoch schwer werden. Denn der Weltverband um Präsident Joseph Blatter denkt in regionalen Kategorien. Alle fünf verbliebenen Teams aus Afrika kommen wohl mit den drei Südamerika-Vertretern in Topf 3. Die Teams aus Asien, Ozeanien und Nord-/Mittelamerika bilden Topf 4 unabhängig aller Meriten.

Somit finden sich unangenehme WM-Kontrahenten wie Mexiko oder die USA im vermeintlichen schlechtesten Topf 4 wieder, die stark eingeschätzten Afrikaner von der Elfenbeinküste oder aus Kamerun und Nigeria im Topf 3. Bundestrainer Joachim Löw wird also auf das traditionelle deutsche Losglück setzen müssen. Eine Gruppe mit Portugal, Elfenbeinküste, USA ist ebenso möglich wie eine mit der Slowakei, Algerien und Neuseeland. Die Historie der WM-Auslosungen müsste Löw Mut machen. Eine wirklich schwere Gruppe hatte die DFB-Auswahl selten. Auch beim heimischen Sommertraum 2006 war mit den Gegnern Costa Rica, Polen und Ecuador die Glücksfee deutsch.


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