Bundestrainer Joachim Löw sieht den Fußball weltweit durch den neuen Wettskandal schwer beschädigt und fordert für alle Spiel-Manipulationen abschreckende Strafen. «Im gesamten Fußball muss man rigoros vorgehen», erklärte der DFB-Chefcoach der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Es sei «absolut schädigend» für den gesamten Fußball, «wenn Spiele verschoben wurden». Eine kompromisslose Aufarbeitung des jüngsten weltweiten Skandals und harte Bestrafungen für alle Beteiligten an Manipulationen seien laut Löw die einzige Reaktions-Möglichkeit. «Natürlich müssen Betrüger, ob es nun Spieler oder Schiedsrichter sind, drastisch bestraft werden. Drastische Strafen, wie es drastischer nicht geht».
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) würde beispielhaft voran gehen, dazu gebe es keine Alternative, machte Löw deutlich. «Ich weiß, dass bei uns, beim DFB, intensiv gearbeitet wird. Es ist enorm positiv zu bewerten, wie rigoros Dr. Zwanziger und die DFB-Spitze vorgehen», erklärte der Bundestrainer zum nationalen Aufarbeitungs-Programm von DFB-Präsident Theo Zwanziger und der gesamten Verbandsführung.
«Ich bin natürlich auch absolut schockiert gewesen und bin weiter schockiert», sagte Löw zum Ausmaß des neuen Skandals. Nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft sollen über 200 Spiele und neun Länder in die Wett- und Spielmanipulationen verwickelt sein. Löw sieht auch in der Gestaltung der Wetten eine Gefahr. «Diese Unsinnigkeit, auf alles Mögliche zu wetten, bereitet natürlich mit den Boden. Wenn man wetten kann, wie viele Eckbälle die Mannschaft in den ersten zehn Minuten hat, wie viele Gelbe Karten oder wie viele Freistöße, nimmt das ungeheure Ausmaße an», sagte der Bundestrainer.