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Löw lobt Moral - Podolski: «Geste für Robert»

Gelsenkirchen (dpa) - 19.11.2009, 09:23 Uhr

Lukas Podolski bejubelt seinen zweiten Treffer und zeigt Richtung Himmel
Lukas Podolski bejubelt seinen zweiten Treffer und zeigt Richtung Himmel

Nach dem 2:2 zum Länderspiel-Jahresabschluss der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste hat Bundestrainer Joachim Löw Moral und zwischenmenschliche Stärke seines Teams besonders herausgehoben.

Der Vize-Europameister hatte in Gelsenkirchen auch für den verstorbenen Torwart Robert Enke gespielt. «Der Spagat war nicht ganz so einfach zu schaffen. Aber die Mannschaft hat ein engagiertes Spiel geboten», sagte der Bundestrainer. Zum Retter des Remis wurde wie schon beim jüngsten 1:1 gegen Finnland Lukas Podolski, bester deutscher Akteur gegen den WM-Teilnehmer aus Westafrika.

Der 24 Jahre junge Doppel-Torschütze, der mit jetzt 37 Länderspiel-Treffern in der ewigen DFB-Torjägerliste schon Oliver Bierhoff einholte und gemeinsam mit dem Teammanager nun auf Rang neun steht, zeigte nach seinen Toren mit den Zeigefinger demonstrativ Richtung Himmel: «Das war eine Geste für Robert. Ich denke, der hat oben zugeschaut und uns die Daumen gedrückt», erklärte der Kölner. Bundestrainer Löw strich die herausragende Rolle Podoslskis im Elite-Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heraus: «Egal auf welcher Position, er ist immer für Tore gut. Diesmal war er an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Bei uns spüre ich immer, dass er mit großer Lust bei der Sache ist.»

Für DFB-Präsident Theo Zwanziger war der couragierte Auftritt des deutschen Teams nach den traurigen Tagen von Bonn, Hannover und Gelsenkirchen vor allem auch ein Stück zurück in den Fußball-Alltag. «Im Großen und Ganzen ist es gelungen, den Beruf Fußball wieder auszuüben. Es zählt jetzt wieder die sportliche Realität. Aber wir werden Robert Enke nicht vergessen», erklärte der Verbands-Präsident, der die Idee einer Robert-Enke-Stiftung in die Öffentlichkeit brachte. «Es war eine extreme Situation, wie ich sie in dieser Tiefe in meiner Zeit beim DFB noch nie erlebt habe», sagte DFB- Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der schon ein Vierteljahrhundert für den Verband arbeitet.

«Es gab schon Phasen im Spiel, da war man noch mit den Gedanken bei Robert Enke. Aber die Mannschaft war in der Lage, das Spiel anzunehmen. Wir haben engagiert gespielt, haben es vor allem in der ersten Halbzeit geschafft, taktisch diszipliniert zu sein, schnell umzuschalten», analysierte Bundestrainer Löw das dritte Remis in diesem Jahr. In insgesamt elf Spielen 2009 hatte es zudem sieben Siege und nur eine Niederlage (0:1 gegen Norwegen) gegeben.


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