Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich tief betroffen: «Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie.» Enke und seine Frau hatten im Mai ein damals zwei Monate altes Mädchen adoptiert. Ihre gemeinsame Tochter Lara war im September 2006 im Alter von zwei Jahren gestorben. Sie litt an einem angeborenen Herzfehler. Das Schicksal der Enke-Tochter löste damals große Betroffenheit bei den Fußballfans in Deutschland aus. «Er war labil», berichtete Kind. Das sei in der Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen. «Er hat das überlagert», erklärte der 96-Clubchef. Wie die sportliche Leitung der Nationalmannschaft im Hinblick auf die Vorbereitung auf das bevorstehende Länderspiel in Köln gegen Chile vorgehen wird, ist ungewiss. «Wir wissen noch nicht, was am Mittwoch ist», berichtete DFB- Mediendirektor Harald Stenger. Für den kommenden Tag war ursprünglich ein Training im Sportpark Nord in Bonn angesetzt, bei dem auch Kamerateams, Reporter und Fotografen zumindest am Anfang zugelassen sein sollten. Für 12.30 Uhr ist in Bonn eine Pressekonferenz anberaumt, deren Teilnehmer noch nicht bekanntgegeben wurden. Ob sich Bundestrainer Löw oder Teammanager Bierhoff dann äußern werden, ließ der DFB offen. Enke hatte wegen einer Erkrankung, die als Bakterien-Infektion des Darmes angegeben worden war, zuletzt WM-Qualifikationsspiele verpasst. Er war auch nicht für die beiden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste am 14. und 18. November eingeladen worden. Löw hatte dem Hannoveraner aber deutlich signalisiert, dass er weiter ein Favorit auf die Nummer eins bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sei. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erfuhr erst unmittelbar nach der Rückkehr vom ersten Training in Bonn von der Katastrophe. Nach der EM und dem Rücktritt von Jens Lehmann war Enke bald Stammtorhüter der DFB-Auswahl geworden. Sein erstes Länderspiel bestritt Enke im März 2007 beim 0:1 gegen Dänemark. Bereits beim Confed Cup 1999 hatte er zum DFB-Kader gehört, blieb aber ohne Einsatz. Insgesamt hütete er in sechs von elf Länderspielen in der Saison 2008/09 das Tor. Löw hatte sich allerdings nicht ausdrücklich für Enke als neue Nummer Eins ausgesprochen, so dass sich dieser auch weiterhin dem Konkurrenzkampf mit Rene Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer stellen sollte. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zeigte sich tief betroffen von Enkes Tod. «Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war. Wir trauern um ihn und unser Mitgefühl ist bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und vielen Freunden», sagte Wulff am Dienstagabend nach einer Mitteilung der Staatskanzlei.
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