DFB tüftelt an Sicherheitskonzept für Südafrika
Berlin (dpa) - 21.10.2009, 15:47 Uhr
Die deutschen Nationalspieler werden bei der WM wohl viel Zeit im Hotel verbringen.
Der Deutsche Fußball-Bund intensiviert acht Monate vor dem Start des WM-Unternehmens «Titelgewinn 2010» die Arbeit an seinem Sicherheitskonzept. Eine DFB-Abordnung wird Ende dieser Woche das deutsche WM-Quartier in Südafrika ausgiebig inspizieren, das Thema Sicherheit nimmt bei der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 einen herausragenden Platz ein. DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn soll sich ein umfassendes Bild über die Details und Bedingungen rund um das Teamhotel Velmore in der Provinz Gauteng machen. «Danach wird es einen ersten Sicherheitsbericht geben», bestätigte DFB-Direktor Harald Stenger einen Bericht der «Sport Bild». Nach einem Workshop nach der Gruppen-Auslosung am 4. Dezember in Kapstadt werde der DFB weitere Informationen bekommen, erläuterte Spahn. «Wir brauchen zunächst ein Konzept aus Südafrika, was man uns anbietet an Sicherheitsmaßnahmen rund um die Mannschaft und das Medienzentrum», sagte Spahn. Zudem muss das DFB-Konzept mit dem Weltverband FIFA und dem lokalen Organisationskomitee abgestimmt werden, erläuterte Stenger. Erst danach würden die konkreten Details des eigenen Konzeptes festgelegt. Schon bei den großen Turnieren in der Vergangenheit hatte der DFB eng mit dem Bundeskriminalamt zusammengearbeitet, ein oder zwei BKA-Beamte gehörten immer zum engeren Tross der Nationalmannschaft. Bei Länderspielen des DFB-Teams sind zudem seit langem persönliche Wachschützer eingesetzt.
DFB Nationalmannschaft Fanartikel
Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen
Die Zahl der eigenen Sicherheitskräfte rund um das Team und die mitreisenden Fans soll aufgrund der besonderen Gefährdungen in Südafrika - das Land hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt - bis auf 20 aufgestockt werden, sagte DFB-Sicherheitsexperte Spahn zu den bisherigen Vorstellungen. Dazu könnten noch deutsche Personenschützer kommen, die schon jetzt in Namibia und Südafrika arbeiten. Derzeit hat der DFB zwei Sicherheitsleute mit zur U-17-WM nach Nigeria geschickt. Die sollen auf der einen Seite die aktuelle Sicherheit der deutschen Junioren-Auswahl gewährleisten, andererseits aber auch schon Erfahrungen auf dem afrikanischen Kontinent sammeln. «Wir müssen uns auf eine WM unter anderen Voraussetzungen einstellen», betonte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und machte deutlich, dass gerade die Sicherheitsfragen die gesamte Turnierplanung erheblich beeinflussen werde. «Die Spieler können sich nicht so frei bewegen wie zuletzt bei der WM 2006 in Deutschland oder bei der EM 2008 in der Schweiz und Österreich», ergänzte Bierhoff, der auch sein eigenes Organisationskonzept entsprechend umstellen muss. Die frühe Dunkelheit und Abend-Temperaturen bis zum Gefrierpunkt sind zum Turnier-Zeitpunkt weitere Begleiterscheinungen des südafrikanischen Winters. Freizeitaktivitäten des Personals um Bundestrainer Joachim Löw wird es so zum allergrößten Teil nur in der noblen Team-Herberge nahe Pretoria geben. Schon jetzt liegen dem DFB für das WM-Unternehmen Bewerbungen von einigen privaten Sicherheitsfirmen vor. In der «Sport Bild» hatte der Einsatzleiter einer Sicherheitsfirma den Spielern für das Verlassen des Teamhotels in Südafrika schon jetzt Personenschutz und Schutzwesten zur Bedingung gemacht. «Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen», sagte DFB-Sprecher Stenger zum Auswahl-Verfahren.
|