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Löw setzt Test-Kurs für 2010 fort

Hamburg (dpa) - 15.10.2009, 08:42 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw (l) und sein Assistenztrainer Hans-Dieter Flick verfolgen das Spiel gegen Finnland.
Bundestrainer Joachim Löw (l) und sein Assistenztrainer Hans-Dieter Flick verfolgen das Spiel gegen Finnland.

Joachim Löw will den Ausrutscher im ersten WM-Testlauf nicht überbewerten und sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg Richtung Südafrika 2010.

«Die Mannschaft hat versucht, das Spiel zu drehen und Moral bewiesen. Die Moral war gut, wir wollten unbedingt ungeschlagen durch die Qualifikation gehen», sagte der Bundestrainer nach dem dürftigen 1:1 (0:1) gegen Finnland in Hamburg, das erst durch ein Last-Minute-Tor durch Lukas Podolski gesichert wurde.

Für die beiden in diesem Jahr noch ausstehenden Testspiele gegen Chile am 14. November in Köln und am 18. November gegen Ägypten in Gelsenkirchen versprach Löw wieder mehr Power und Leidenschaft. «Wir spielen in Städten mit viel Fußball-Begeisterung. Wir werden uns wieder intensiv vorbereiten, und da werden wir neuen Schwung und neue Energie haben», sagte der DFB-Chefcoach.

Bei den Spielern um Kapitän Michael Ballack herrschte Einsicht über die schlechte Leistung gegen Finnland, aber auch Unmut über das Pfeifkonzert der Fans in der mit 51 500 Zuschauern ausverkauften Hamburger Arena. «Natürlich tut das jedem Spieler weh, das ist für mich auch unverständlich», sagte Ballack. Man habe sich in der ganzen WM-Qualifikation hervorragend präsentiert und hätte vier Tage nach dem entscheidenden 1:0-Sieg in Russland «viel mehr Applaus und viel mehr Geduld» verdient gehabt. Auch Torwart René Adler fand die Reaktion der unzufriedenen Anhänger «unangebracht».

In den November-Tests will Löw seine Personal-Experimente Richtung Südafrika fortsetzen. Fest steht bereits, dass die Torhüter Tim Wiese gegen Chile und Manuel Neuer gegen Ägypten ihre Bewährungschance erhalten werden. Der Münchner Saison-Aufsteiger Thomas Müller kann mit einer Nominierung rechnen. Wieder zum Aufgebot soll auch Verteidiger Jérome Boateng gehören, der in seiner Heimat Hamburg nach der Gelb-Roten Karte gegen Finnland gesperrt fehlte.

Boatengs Vertreter als rechter Außenverteidiger, Andreas Beck, konnte wie einige andere WM-Testkandidaten nicht überzeugen. Löw wollte über die Profis aber nicht zu hart urteilen. «Es ist sicher nicht leicht, nach so einem außergewöhnlichen Highlight wie gegen Russland in die Mannschaft zu kommen und sich zurechtzufinden. Das sind alles noch junge Spieler ohne große Länderspiel-Erfahrung. Es ist für sie gut, auch mal das eine oder andere Negative zu erleben und daraus Lehren zu ziehen», sagte Löw.


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