So unterliefen der neuen Mittelfeld-Achse mit Piotr Trochowski und Thomas Hitzlsperger viele Fehlpäse, und der erstmals in die Startelf berufene Cacau fand überhaupt keine Bindung zum Spiel. Das lag aber nicht nur an der Formschwäche des Stuttgarters, sondern auch an der Systemumstellung Löws, der nach dem Ein-Stürmer-Spiel in Russland zum 4-3-3 zurückgekehrt war. Doch weder Cacau noch Lukas Podolski auf der linken Seite schafften es, in den Rücken der finnischen Abwehr zu kommen. So blieb auch Mario Gomez in der Mitte praktisch wirkungslos. Erst mit der Einwechslung von Özil und einer taktischen Umstellung zum 4-4-2 wurde es besser. Vor allem der Bremer sorgte im Mittelfeld für die eine Halbzeit lang vermissten Impulse. In Moskau war Rene Adler unüberwindlich, doch gegen die Finnen wurde er nach Fehlern seiner Vorderleute früh bezwungen und musste erstmals nach 307 Minuten wieder einen Ball aus dem Netz holen. Andreas Beck verlor auf der rechten Abwehrseite das Laufduell gegen Roni Porokara, dessen Flanke erwischte Roman Eremenko mit dem Kopf vor Lahm und Johansson konnte in seinem 100. Länderspiel zur finnischen Führung abstauben, weil Heiko Westermann nicht eingriff. Ballack versuchte eine schnelle Antwort, doch der Weitschuss des Kapitäns flog knapp über den Torwinkel (16.). Weitere Angriffsbemühungen der deutschen Elf endeten meist schon weit vor dem Strafraum der Gäste. Beim Schuss von Eremenko (34.) verhinderte Adler sogar einen höheren Rückstand. Nach ideenlosen ersten 45 Minuten wurden die deutschen Spieler vom erwartungsvollen Hamburger Publikum mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Halbzeitpause verabschiedet. Özil für den schwachen Hitzlsperger und Christian Gentner für Ballack brachten endlich mehr Schwung in die Aktionen der Hausherren, doch zunächst war einmal mehr Adler gefordert, der einen Schuss von Eremenko (49.) meisterte. Klare deutsche Chancen blieben dagegen auch im zweiten Durchgang zunächst Mangelware. In der 61. Minute musste Jussi Jääskeläinen erstmals zupacken, als Niklas Moisander einen Trochowski-Schuss Richtung eigenes Tor abfälschte. Erst in der Schlussphase wurde der deutsche Druck stärker. In der 67. Minute prüfte Verteidiger Beck den finnischen Keeper, dann zischte ein Özil-Schuss an der langen Ecke vorbei. Doch erst Podolskis Schuss fand den Weg ins Tor.
 |