Becks besondere Russland-Reise: Etwas eigenartig
Moskau (dpa) - 08.10.2009, 11:40 Uhr
Andreas Beck (l) jubelt im Spiel gegen Aserbaidschan mit Teamkollege Miroslav Klose.
Als die Sondermaschine mit der deutschen Fußball- Nationalmannschaft an Bord Richtung Moskau schwebte, begann für Andreas Beck eine Reise in ein längst vergangenes Leben. Vor zehn Jahren war der Profi von 1899 Hoffenheim zuletzt in seinem Geburtsland Russland und die Rückkehr ließ den intelligenten Außenverteidiger keineswegs kalt. «Alles in allem ist das etwas eigenartig. Es wird auf jeden Fall sehr interessant. Aber ich bin Profi, und das Wichtigste für mich in Moskau ist der Sieg», sagte der vor dem WM-Qualifikationsspiel auch bei russischen Medien besonders gefragte Beck der Zeitung «Sport-Express». 1990 kamen die Becks mit dem kleinen Andrej alias Andreas noch vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion als Aussiedler nach Deutschland. Drei Jahre zuvor war der Spross im sibirischen Kemerowo geboren. Was folgte, war eine deutsche Integrations-Geschichte, wie man sie sich wünscht. In Königsbronn und Aalen machte Beck seine ersten Fußballer- Schritte, der VfB Stuttgart holte sich das Talent, das nebenbei erfolgreich sein Wirtschafts-Abitur baute. Trainer Armin Veh ließ den Defensiv-Mann im Meisterteam von 2007 ran.
Dann kam der Wechsel nach Hoffenheim und 2009 trotz des Absturzes mit dem Verein in der Rückrunde der persönliche Aufschwung: Vier A- Länderspiele stehen seit dem Debüt gegen Norwegen (0:1) im Februar bislang zu Buche. Höhepunkt war aber der EM-Titel mit der U 21 im Sommer in Schweden, wo er mit seinem Siegtor zum 1:0 gegen Italien den Weg ins Finale ebnete. Zuletzt sorgte Beck im Löw-Team auf der rechten Defensiv-Seite gegen Aserbaidschan (4:0) in der zweiten Halbzeit für wichtige Impulse, was seine Chancen auf einen Einsatz im Luschniki-Stadion sicherlich erhöhte. «Ob ich spiele, wird der Trainer entscheiden. Ich gebe im Training alles dafür», sagte er ganz brav. |