Brisanz in T-Frage: Enke fällt für Russland aus
Hamburg (dpa) - 21.09.2009, 12:33 Uhr
Nationaltorhüter beim Training mit der Nationalmannschaft im September in Köln.
Seine Bakterien-Infektion bringt Robert Enke um einen Einsatz im Endspurt der WM-Qualifikation - und immer mehr Brisanz in die Torwart-Frage für Südafrika 2010. Knapp drei Wochen vor dem WM-Showdown verkündete Bundestrainer Joachim Löw den Verzicht auf eine Nominierung Enkes für das Spiel des Jahres am 10. Oktober in Russland und den Schlussakt vier Tage später in Hamburg gegen Finnland. «Robert wird in Absprache mit den Ärzten in den kommenden zwei Wochen nur leichtes Training absolvieren können und muss vorerst Antibiotika einnehmen. Das bedeutet für uns, dass er bis zu den Länderspielen im Oktober nicht vollends fit sein wird und somit nicht eingesetzt werden kann», teilte Löw in einer schriftlichen Erklärung mit. Löw hatte Enke vor dessen Erkrankung zum Stammtorwart auf Zeit ernannt und eine Einsatz-Garantie für die wegweisenden Pflichtspiele gegeben. Wer statt des 32-Jährigen in Moskau und Hamburg zwischen den Pfosten stehen wird, ließ der Bundestrainer vorerst noch offen. Sehr wahrscheinlich wird René Adler im Torwart-Vierkampf mit Enke, Manuel Neuer (Schalke 04) und Tim Wiese (Werder Bremen) nun zur vorläufigen Nummer 1 aufrücken.
Der Leverkusener hatte Enke nach seiner guten Leistung im Heim- Testspiel gegen Südafrika (2:0) bereits im WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan (4:0) vertreten dürfen. Auch bei Enkes erstem großen Gesundheitspech - dem Kahnbeinbruch im Oktober 2008 - war Adler eingesprungen und hatte gegen Russland (2:1) ein hervorragendes Länderspieldebüt gegeben. Enke reagierte enttäuscht, aber einsichtig auf die Entscheidung des DFB-Chefcoaches, die nach einem Gespräch von ihm mit Löw publik gemacht wurde. «Der Bundestrainer ist über den zu erwartenden Ablauf meiner Therapie von allen Seiten informiert und hat sich zu einer frühzeitigen Aussage entschlossen. Natürlich klatsche ich nicht vor Freude in die Hände, aber ich kann die Entscheidung voll und ganz nachvollziehen, vor dem Hintergrund, dass ich noch mindestens zwei Wochen kein reelles Training absolvieren werde», sagte der Torwart. |