«Wir schließen nach verschiedenen Tests und Untersuchungen bei unterschiedlichen Experten andere Diagnosen aus», sagte Hannovers Vereinsarzt Wego Kregehr. «Jetzt wird Robert gezielt mit antibiotischen Medikamenten behandelt. Er kann parallel auch ein individuelles Trainingsprogramm absolvieren.» Übungseinheiten mit der Mannschaft sind indes nicht möglich. Seit Wochen leidet der 96-Keeper an rätselhaften Beschwerden, rannte von einem Arzt zum anderen, suchte Spezialisten für Tropenkrankheiten und Zeckenbisse auf, erhielt aber lange keine Erklärung für seine Probleme. Enke klagte unter anderem über schnelle Ermüdung, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. An ein Training für einen Profi war nicht zu denken. «Einzelne Symptome waren dann abgeklungen, dauerhafte Mattheit und allgemeines Unwohlsein sind bis heute geblieben», teilte der Verein mit. Für Pechvogel Enke ist das ein erneuter Rückschlag. Bereits beim Hinspiel gegen Russland (2:1) im Oktober 2008 war der Torwart ausgefallen. Ein Kahnbeinbruch, den er sich im Training zugezogen hatte, verhinderte den Einsatz und zwang ihn zu einer langen Pause. Zuletzt musste er sein Heimspiel in Hannover gegen Aserbaidschan ausfallen lassen. Dem Keeper läuft nun die Zeit davon. Löw hatte ihm eine Art Ultimatum gestellt. Der DFB-Coach machte einen Einsatz in Russland von einer schnellen Rückkehr ins Tor abhängig. «Wenn er erst eine Woche vor der Abreise nach Russland das Training aufnimmt, wird er in Moskau eher nicht spielen», hatte Löw im «kicker» gesagt: «Denn um optimale Leistung bringen zu können, braucht man neben körperlicher Fitness auch den Rhythmus regelmäßiger Einsätze.» Nicht einmal drei Wochen sind es noch bis zur Zusammenkunft der Nationalelf am 5. Oktober in Mainz. Davor stehen noch drei Bundesligaspieltage auf dem Programm, doch Enke wird wohl nur noch einmal vorher in der Bundesliga spielen können, am 3. Oktober gegen den SC Freiburg - eine Woche vor dem Russland-Spiel.
 |