Kollegialer Stürmerkampf - Gomez: Jeder will ran
Köln (dpa) - 03.09.2009, 15:07 Uhr
Mario Gomez will sich auch in der Nationalmannschaft durchsetzen.
Der FC Bayern München zahlte für Mario Gomez die Rekordsumme von über 30 Millionen Euro, im Fußball-Nationalteam muss der Angreifer seinen großen Wert aber noch endgültig beweisen. Zwei Tore in der jungen Bundesliga-Saison machen den 24-Jährigen zwar zum Stürmer mit den meisten, weil einzigen Treffern des Offensiv- Quartetts von Bundestrainer Joachim Löw. Vor den Länderspielen gegen Südafrika und gegen Aserbaidschan ist der Vierkampf um zwei Angriffs-Plätze im DFB-Team für den Ex-Schwaben aber offen. «Wir sind zunächst einmal Konkurrenten, jeder will spielen. Dennoch herrscht eine gute Stimmung», beschrieb Gomez die kollegiale Rivalität mit Miroslav Klose, Lukas Podolski und Cacau. Immerhin braucht Gomez derzeit im Gegensatz zu den schwächelnden Klose und Podolski keine öffentlichen Treuebekundungen durch Löw. Es ist allerdings nur wenige Monate her, da lag sein Ego noch komplett am Boden. Ein Pfeifkonzert der deutschen Fans in Leipzig beim WM- Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein (4:0) im März war der Gipfel der Gomez-Krise im Nationaltrikot. Die peinlich verstolperte Riesenchance im EM-Spiel 2008 gegen Österreich (1:0) schien ihn wie ein Fluch zu verfolgen. Fast 15 Monate blieb der «Torero» bis zur Erlösung mit dem Vierer-Pack in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (7:2) Anfang Juni ohne Länderspieltreffer.
In der Krisenzeit blieb Gomez ruhig. Forsche Töne gibt's auch heute nicht. Auch nicht nach dem Wechsel zum Branchenführer in München. Klare Worte schon. «Jeder wünscht sich, dass wir mal wieder ein schönes, offensives Spiel an den Tag legen», sagte er vor dem Südafrika-Test. Rechtzeitig vor dem großen Finale in der WM- Qualifikation am 10. Oktober in Russland müsse das kollektive Selbstvertrauen ins Nationalteam zurückkehren, forderte er. Sein eigener letzter Pflichtspieltreffer im DFB-Trikot liegt aber auch schon 27 Monate zurück, beim 6:0 gegen San Marino traf er doppelt. Mit welcher Angriffsformation der Weg nach Südafrika geebnet werden soll, ist für Gomez (0,38 Tore pro Länderspiel) zweitrangig. Die Konkurrenten Klose (0,51) und Podolski (0,52) weisen eine bessere Treffer-Quote im Nationaltrikot auf. Der in bislang drei Spielen noch torlose Cacau hat als potenziell «hängende Spitze» womöglich einen Taktik-Bonus bei Löw. Ein mögliches Nationalmannschafts-Duo mit dem Münchner Neu-Kollegen Klose will Gomez noch Chancen geben. «Am Anfang der Saison war das Zusammenspiel noch nicht so erfolgreich, das lag aber auch am Spiel der ganzen Mannschaft.»
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