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Südafrika erhofft WM-Aufwind durch Favoritensturz

Leverkusen (dpa) - 03.09.2009, 13:47 Uhr

Trainer Joel Santana und sein Kapitän Aaron Mokoena (l) werben für Südafrika.
Trainer Joel Santana und sein Kapitän Aaron Mokoena (l) werben für Südafrika.

Südafrikas Fußball-Nationaltrainer Joel Santana hofft, mit einer Überraschung gegen Deutschland dem Gastgeber von 2010 entscheidenden Auftrieb für den WM-Endspurt zu geben.

«Wir sind uns bewusst, dass es ein schwieriges Spiel wird, denn Deutschland ist ein Fußball-Riese», sagte der 60-jährige Brasilianer vor dem Länderspiel in Leverkusen. «Doch vor dem Anpfiff werden die Karten neu gemischt, und es ist nicht das erste Mal, dass ein Underdog einem Favoriten ein Bein stellt.» Allerdings muss der Coach in der Partie gegen den dreimaligen Weltmeister auf vier Stammkräfte verzichten.

Dennoch geht die «Bafana Bafana» mit großem Selbstvertrauen in die Testpartie, nachdem sie beim Confederations Cup im Juni im eigenen Land erst im Halbfinale nach großer Leistung an Brasilien gescheitert war. «Da haben wir den Glauben an uns gefunden. Deshalb haben wir Respekt vor Deutschland, aber keine Furcht», sagte Kapitän Aaron Mokoena, der beim englischen Club FC Portsmouth spielt. «Mit Platz vier beim Confed-Cup haben wir viele überrascht», meinte Santana. «Wir haben gegen Spanien und Brasilien gezeigt, dass wir gegen große Nationen konkurrenzfähig sind.» Die taktische Disziplin sei zwar die Königsdisziplin der Deutschen, «doch mit unserer technischen Qualität könnten wir ihnen vielleicht ein Schnippchen schlagen.»

Offen ließ Santana, ob Torwart Rowen Fernandez von Zweitligist Arminia Bielefeld eine Bewährungsprobe gegen Deutschland und vier Tage später in Limerick gegen Irland erhält. «Dies entscheide ich kurz vor dem Spiel», sagte er. In Bielefeld ist der 31-Jährige nur zweite Wahl, bestritt weder in der vergangenen Bundesliga-Saison noch nach dem Abstieg in Liga zwei ein einziges Pflichtspiel. Durch die Verletzung von Stammtorhüter Itumeleng Khune, der sich einen Sehnenriss im Finger zugezogen hat, könnte es nun ein Comeback für Fernandez geben. Zum Stammpersonal der Südafrikaner gehört dagegen der Ex-Dortmunder und mittlerweile für den FC Everton aktive Steven Pienaar. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler steht vor seinen Länderspielen Nummer 17 und 18 für Südafrika.

Die Verletzungssorgen behagen Santana, der seit Anfang des Jahres auf eine eingespielt Formation setzt, nicht. «Es ist ein Risiko, aber auch eine Chance, mal etwas Neues auszuprobieren», sagte er. Passen mussten vor der Europa-Reise wichtige Spieler wie Defensivstratege MacBeth Sibaya, Spielmacher Teko Modise und Matthew Booth in der Innenverteidigung sowie Bryce Moon.


«Zu 80 Prozent steht mein Kader für die WM», sagte Santana, der vor einem Jahr die Nachfolge seines Landsmannes Carlos Parreira im Kap-Staat antrat und nach zuletzt vier Niederlagen in Testspielen unter Druck steht. Dass Südafrika bei der Heim-WM ähnlich stark auftrumpfen könnte wie das damals kriselnde Deutschland als Gastgeber 2006, ist für Santana kein Thema: «Es gibt einen Unterschied. Die Deutschen gehörten 2006 schon zu den Fußball-Topnationen der Welt.»

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

Südafrika: Fernandez - Gaxa, Khumalo, Mokoena, Masilela - Pienaar, Mhlongo, Dikgacoi, Tschabalala - Mphela, Parker

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