Nationalmannschaft: WM-Kandidaten auf Prüfstand
Köln (dpa) - 31.08.2009, 13:21 Uhr
Der Leverkusener Stefan Kießling liegt nach einem Spiel auf dem Rasen.
Zumindest bei Werbeaufnahmen des DFB-Ausrüsters sollte Stefan Kießling schon einmal ins noch geheime WM-Trikot für 2010 schlüpfen - bei seinem Heim-Länderspiel in Leverkusen gegen Südafrika spielt der beste Bundesliga-Torschütze dagegen keine Rolle. Vier Tore in vier Spielen haben Kießling aktuell nichts genützt - Bundestrainer Joachim Löw setzt bei den finalen Probeläufen einen Monat vor dem entscheidenden WM-Qualifikations-Kräftemessen gegen Russland im Angriff auf das Quartett Mario Gomez, Miroslav Klose, Lukas Podolski und Cacau. «Wir haben uns jetzt für die Vier entschieden. Aber Stefan ist weiter im Rennen», erklärte Löws Assistent Hans-Dieter Flick vor der Zusammenkunft des 23-köpfigen Kaders um Kapitän Michael Ballack in Köln. Ausdauertest, Freundschaftskick, WM-Pflichtaufgabe - Löw stellt die eingeladenen Akteure einen Monat vor dem Gruppen-Gipfel in Moskau nochmals richtig auf den Prüfstand. Das erste Zehn-Tage-Meeting seit dem Frühjahr soll eine Trendwende einleiten nach den zuletzt recht dürftigen Leistungen. Am 05. September in Leverkusen gegen WM-Gastgeber Südafrika und vier Tage später in Hannover um Qualifikationspunkte gegen Aserbaidschan soll ein Stimmungswechsel ausgelöst werden. «Ich bin sicher, dass wird an diesem Doppelspieltag im Vergleich zu den letzten Vorstellungen eine stark verbesserte Leistung zeigen werden», sagte Löw, der «gezielt trainieren» und Schwachstellen beheben will: «Wir wissen, wo wir zuletzt unser Potenzial nicht abrufen konnten.»
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Der Bundestrainer hat mit der Zusammenstellung seines Kaders einige kritische Stimmen provoziert, etwa aus Bremen wegen der Nichtberücksichtigung von Werder-Torwart Tim Wiese. Kopfschütteln erntete er auch in Leverkusen wegen des Verzichts auf Kießling, zumal die neben Gomez (2 Tore) eingeladenen Miroslav Klose, Lukas Podolski und Cacau in dieser Bundesligasaison bislang ohne Treffer dastehen. «Wir sind froh, dass Stefan einen guten Lauf hat. Er ist für uns absolut im Blickfeld», erklärte Flick, fügte aber hinzu: «Wir können nicht fünf oder sechs Stürmer einladen, das macht keinen Sinn.» Mal abgesehen vom erst kürzlich zum Nationalspieler aufgestiegenen Stuttgarter Cacau sind Klose und Podolski seit Jahren feste Größen im DFB-Team, die Löw auch nach einem schwächeren Saisonstart nicht infrage stellt. «Wir wissen, was die Spieler für uns leisten können», sagte Flick. Mit jeweils vier Treffern führen Klose, der vor drei Wochen auch beim 2:0-Hinspielsieg in Aserbaidschan getroffen hatte, sowie Podolski die interne Torschützenliste in der WM-Qualifikation vor Kapitän Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger (je 3) an. |