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Regen in Baku: Löw warnt vor kalter Dusche

Baku (dpa) - 10.08.2009, 15:28 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw gibt im Flieger nach Baku eine Pressekonferenz.
Bundestrainer Joachim Löw gibt im Flieger nach Baku eine Pressekonferenz.

Berti Vogts kennt jeder, ansonsten ist für Michael Ballack & Co. Aserbaidschan absolutes Neuland. Bei der Reise ins Ungewisse gab es für die deutschen Fußball-Nationalspieler gleich bei der Ankunft in der rund 2000 Kilometer entfernten Kaukasus-Republik die erste Überraschung.

Statt der erwarteten Sonne und Hitze herrschten nur 22 Grad. Bei heftigem Wind fielen aus dem bewölkten Himmel über Baku sogar ein paar Regentropfen. «Die Temperatur ist nicht ganz so hoch. Das ist gut zu vertragen», kommentierte Bundestrainer Joachim Löw.

Im Stadion «Tofik-Bachramow» soll es am 12. August in der WM-Qualifikation keine böse Überraschung für den dreimaligen Weltmeister geben. Schon im Airbus 340 schwor Löw darum seinen 19-Mann-Kader um den fitgemeldeten Torjäger Miroslav Klose auf die Pflichtaufgabe ein. «Die Frage ist nicht, wie stark ist Aserbaidschan, sondern wie spielen wir. Sind wir in der Lage, die richtige Spannung aufzubauen? Es sind noch zwölf Punkte in der WM-Qualifikation zu vergeben. Mit weniger Einstellung ins Spiel zu gehen, wäre verhängnisvoll», sagte der Bundestrainer, der auf dem Sonderflug LH 5010 eine improvisierte Pressekonferenz in 10 500 Meter Höhe abhielt.

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Nicht mehr beschäftigen möchte sich der Bundestrainer mit Nebenschauplätzen wie Torsten Frings, der sich lautstark über seine Nichtnominierung beklagt hatte. «Für mich sorgt das nicht für Unruhe», sagte Löw. 20 Minuten habe er mit dem Bremer Routinier telefoniert - «was ich nicht tun müsste» - und dem 32-Jährigen erklärt, dass Thomas Hitzlsperger «im Moment für mich der Stärkere auf der Position Nummer sechs ist». Der Stuttgarter will im ersten Länderspiel der WM-Saison seinen Vorsprung gegenüber Frings im Kampf um den Posten im zentralen Mittelfeld neben Leitwolf Ballack bestätigen: «Ich werde weiter daran arbeiten, dass es so bleibt.»

An Bord des Charterfliegers fehlte der verletzte Lukas Podolski, dafür saßen wenigstens die Sorgenkinder Ballack und Klose einträchtig nebeneinander in der Business Class. Der an einer schmerzhaften Knochenhautentzündung laborierende Bayern-Angreifer Klose hatte den Belastungstest beim Training am Vorabend gut verkraftet. «Er ist noch nicht zu hundert Prozent belastbar, aber es sah schon gut aus. Wir gehen davon aus, dass er einsatzfähig sein wird», sagte Löw. Weitere Aufschlüsse sollte das erste, allerdings nicht-öffentliche Training in Baku bringen, auch in den letzten offenen Aufstellungsfragen. Löw verriet vorab nur, dass Philipp Lahm wie beim FC Bayern von der linken auf die rechte Abwehrseite wechseln wird. Links dürfte der Wolfsburger Meister-Kicker Marcel Schäfer zum Zug kommen.


Kapitän Ballack war erst verspätet aus London eingetroffen und konnte Löw berichten, dass er nach seinem Zehenbruch den Härtetest beim Sieg mit Pokalsieger FC Chelsea gegen Meister Manchester United im englischen Supercup-Finale bestanden hatte. «Er ist in einer guten Verfassung», kommentierte Löw erleichtert. Ballack war im Wembley-Stadion zwar erst in der zweiten Spielhälfte eingewechselt worden, war aber im Elfmeterschießen als Schütze erfolgreich und sorgte zudem für Aufregung mit einem rustikalen Check gegen Manchesters Evra.

Hundertprozentigen Einsatz erwartet Löw auch in Baku, um zwei Monate vor dem Gruppen-Finale gegen den nur einen Punkt schlechteren Verfolger Russland Kurs auf die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zu halten. «Es hat etwas von einem Pokalspiel, wenn ein Bundesligist auswärts gegen einen Zweitligisten spielt», sagte der DFB-Chefcoach zur Einordnung der Partie gegen den sieg- und torlosen Tabellenvorletzten.

Die Spieler waren am Vorabend mit Informationen über Aserbaidschan versorgt worden, trotzdem waren sie gespannt, was sie am Kaspischen Meer erwartet. Für die Zielsetzung spielen die Umstände aber keine Rolle, betonte Torhüter Robert Enke: «Die Pflicht ist, drei Punkte zu holen, die Aufgabe ist nicht einfach und dankbar.»

Der Keeper von Hannover 96 möchte im Vierkampf um die Nummer 1 mit dem Bremer Tim Wiese sowie den nicht nominierten Youngstern Manuel Neuer (Schalke) und René Adler (Bayer Leverkusen) seine Position festigen. «Wenn man spielt, will man diesen Status so lange wie möglich beibehalten», sagte der 31-Jährige. «Wenn wir den Leistungsstand der letzten sechs Monate nehmen, hat Robert Enke drei der letzten fünf Spiele gemacht und eigentlich auch überzeugend gespielt», erklärte Löw.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Enke - Lahm, Mertesacker, Tasci, Schäfer - Schweinsteiger, Hitzlsperger, Ballack, Trochowski - Klose, Gomez

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