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Bierhoff sieht Confed-Cup-Nationen im Vorteil

Bloemfontein (dpa) - 14.06.2009, 10:51 Uhr

Oliver Bierhoff muss mit dem DFB beim Confederations Cup zuschauen.
Oliver Bierhoff muss mit dem DFB beim Confederations Cup zuschauen.

Brasilien, Spanien und Italien proben den WM-Ernstfall - und Deutschland schaut zu. Während sich Michael Ballack & Co. wegen des verlorenen EM-Endspiels 2008 einen ausgedehnten Urlaub gönnen können, trauert Oliver Bierhoff der verpassten Teilnahme am Confederations Cup nach.

«Ich hätte den Confed-Cup gerne gespielt», erklärte der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit Blick auf die gestartete Mini-WM mit acht Nationen. «Ein Jahr vor dem Turnier schon einmal in Südafrika zu sein, ist sicherlich von Vorteil. Du bekommst das Ganze hautnah mit, auch in den Stadien.»

Schon viermal hat der Manager den Kap-Staat besucht und nicht nur bei der komplizierten Quartiersuche für die WM-Endrunde in einem Jahr Erfahrungen gesammelt. «Ich habe mir schon ein gutes Bild von Südafrika gemacht.» Stars wie der Brasilianer Kaká oder Bayern Münchens Weltmeister Luca Toni können zwei Wochen lang unter Wettkampfbedingungen testen, was sie 2010 erwartet - und daraus wertvolle Lehren für die Weltmeisterschaft ziehen. «Der Confed-Cup ist ein guter Test, gerade für die organisatorischen Abläufe - und das gilt auch für die Spieler», betonte Bierhoff.

Bundestrainer Joachim Löw sieht die knapp verpasste Teilnahme «mit einem lachenden und einem weinenden Auge». Einerseits hätte er es begrüßt, «die Gegebenheiten im Land kennenzulernen». Andererseits ist er froh, dass seine Nationalspieler in einem Sommer ohne großes Turnier einmal richtig durchschnaufen können. «Und dann können sie in der Vorbereitung eine gute Basis für die WM-Saison legen.»

Der Confed-Cup wird beim DFB dennoch intensiv verfolgt. Löw erwartet «ein interessantes Turnier mit vielen Erkenntnissen». Er hat seinen Chefscout Urs Siegenthaler nach Südafrika entsandt, wird mit seinem engsten Stab um Bierhoff aber auch persönlich anreisen. Die beiden Halbfinalspiele stehen ebenso auf Löws Reiseplan wie eine Entscheidung über das mögliche WM-Quartier. In der Region Gauteng nördlich von Johannesburg mit unmittelbarer Anbindung an den Flughafen in Pretoria will sich der DFB 2010 niederlassen.


Nicht nur die Organisations-Perfektionisten aus Deutschland erwartet bei der WM-Premiere auf dem afrikanischen Kontinent ein Turnier der unbekannten Art. «Es wird allein schon deshalb anders, weil es im südafrikanischen Winter stattfindet», bemerkte Bierhoff. Klima, Höhe, Logistik und das brisante Thema Sicherheit - mit herkömmlichen Konzepten komme man 2010 nicht weiter, schilderte der Manager. «Wir müssen uns davon verabschieden, dass es so ein Turnier sein wird wie die letzte EM in Österreich und der Schweiz.»

2008 kurvten die Nationalspieler im Tessin mit Fahrrädern um den Lago Maggiore, genossen die Freizeit zwischen Training und Spielen auf dem Motorboot oder mit ihren Liebsten am Hotelpool. «Das ist in Südafrika alles nicht so frei», erläuterte Bierhoff. Es wird früh dunkel, nachts kann es bis zum Gefrierpunkt abkühlen und unbeschwert bewegen kann man sich außerhalb der Sicherheitszonen nicht.

Ein Quartier im Süden, in der Region um Kapstadt, wurde wegen der dortigen Regenzeit im WM-Zeitraum verworfen. Zudem liegt Johannesburg fast 1800 Meter hoch, und die Region umfasst mehrere Spielorte mit besonders wichtigen Partien wie dem Endspiel. «Die Italiener, die Holländer - alle gehen in die Höhe», weiß Bierhoff. Die Mediziner votierten aus Sorge vor leistungsmindernden Anpassungserscheinungen ebenfalls zum höhergelegenen Basis-Camp. Zudem benannte Teamarzt Tim Meyer einen weiteren interessanten Aspekt: «Das Flugverhalten des Balles in der Höhe ist anders.» Auch das können Kaká & Co. beim Confed-Cup im Gegensatz zu Löws Assen schon mal testen.

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