Vor dem Spiel fiel in der spärlich besetzten Arena die Lautsprecheranlage aus, auf dem Rasen funktionierte ein paar Mal die deutsche Abwehr nicht. So erhielt Neuer, Neuling Nummer 27 in der Ära Löw überraschend oft Gelegenheit, sich auszuzeichnen und Punkte im Vierkampf um den Stammplatz im Tor zu sammeln. Bei den beiden Gegentoren war Neuer völlig machtlos. Im Spiel nach vorne setzte lange Zeit vor allem Trochowski die Akzente, über dessen linke Seite die meisten gefährlichen Angriffe der um Wiedergutmachung für das 1:1 in China bedachten deutschen Mannschaft liefen. Wie schon in Shanghai hielt sich das Interesse der einheimischen Bevölkerung auch beim zweiten Test arg in Grenzen, denn die meisten Zuschauer auf den Rängen waren Deutsche. Und die sahen einen klar dominierenden Vize-Europameister. Die beste Chance vergab zunächst Lukas Podolski (9.), dessen Schuss aus spitzem Winkel an den Pfosten prallte. Doch erst als Westermann nach einer knappen halben Stunde ein Zuspiel von Philipp Lahm mit der Fußspitze über die Linie drückte, war der Bann gebrochen. Und endlich durfte auch Gomez erstmals seit März 2008 wieder über ein Länderspiel-Tor jubeln. Nach uneigennütziger Vorarbeit von Podolski traf der künftige Münchner zum 0:2. Die tapfer, aber auch naiv spielenden Gastgeber luden die deutsche Mannschaft weiter förmlich zum Toreschießen ein. Sechs Minuten vor der Pause wurde auch Trochowski für seine Mühe belohnt, als er eine Kombination über Podolski und Andreas Hinkel mit dem dritten Treffer abschloss. In der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten setzte Gomez sogar noch einen drauf und streifte das Trauma der Erfolglosigkeit endgültig ab. Damit war der Torhunger des künftigen Bayern-Stürmers aber noch nicht gestillt. Nach einer Koproduktion mit seinem ehemaligen Stuttgarter Angriffskollegen Cacau, der nach dem Seitenwechsel für Podolski ins Spiel kam, erhöhte Gomez auf 5:0. Das halbe Dutzend voll machte kurz darauf Jumaa, der einen Schuss von Schweinsteiger ins eigene Tor verlängerte. Nicht mehr als ein Schönheitsfleck waren am Ende die beiden Gegentreffer, die die deutsche Mannschaft nach Unaufmerksamkeiten in der Abwehr kassierte.
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