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Huth feiert gegen China Comeback - Enke im Tor

Shanghai (dpa) - 28.05.2009, 12:41 Uhr

Der deutsche Abwehrspieler Robert Huth gibt sein Comeback in der Nationalmannschaft.
Der deutsche Abwehrspieler Robert Huth gibt sein Comeback in der Nationalmannschaft.

Bundestrainer Joachim Löw ist vor dem ersten Länderspiel der Asienreise in Shanghai gegen China in große Personalnöte in der Abwehr geraten. Beim Abschlusstraining im «Shanghai Stadium» konnte neben dem Schalker Heiko Westermann auch Arne Friedrich nicht teilnehmen.

Für das erste Länderspiel rechnet Löw aber mit dem Einsatz des angeschlagenen Friedrich. Der Berliner Verteidiger, der am 29. Mai seinen 30. Geburtstag feiert, hatte im «Shanghai Stadium» zwar wegen Knieschmerzen im Abschlusstraining der deutschen Nationnalmannschaft gefehlt. Löw aber sieht gute Einsatzchancen: «Ich denke, dass Arne spielen kann.» Auch beim Schalker Heiko Westermann bestehe noch ein wenig Hoffnung auf ein Mitwirken. «Die Lage ist nicht so dramatisch», sagte Löw nach dem Abschlusstraining der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wenn es nicht gehen sollte, müssen eben die jungen Leute ran. Das ist doch schön. Irgendwann müssen sie doch Erfahrung sammeln», ergänzte der Bundestrainer.

Löw ließ schon eine Notvariante mit Länderspiel-Neuling Christian Träsch in der Innenverteidigung üben. Auf jeden Fall will er bei einer Abwehr-Viererkette bleiben. Löw würde dem 21- jährigen Stuttgarter Träsch an der Seite von Robert Huth, der nach drei Jahren Pause gegen China sein Comeback im DFB-Team feiern wird, die Rolle zutrauen. Beim Abschlusstraining hatte der DFB-Chefcoach nur zwölf gesunde Feldspieler zur Verfügung, nachdem auch Bastian Schweinsteiger wegen Rückenproblemen die Übungseinheit vorzeitig abgebrochen hatte.

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«Ich möchte Robert Huth eine Chance geben. Ich hatte ihn nie abgeschrieben. Er macht körperlich einen gut austrainierten Eindruck», erklärte Bundestrainer Joachim Löw in Shanghai. «Die Rückkehr war immer ein Wunsch von mir. Zwei Jahre war ich immer verletzt, in der letzten Saison hat es wieder besser geklappt», sagte Huth zu seinem Comeback wenige Tage nach dem enttäuschenden Abstieg mit Middlesbrough aus der Premier League in England. Sein 17. und bislang letztes Länderspiel hatte der kantige Verteidiger 2006 im WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador (3:0) bestritten.

Löw schraubte wegen der Nachwirkungen der langen Anreise und des Jetlags seine Erwartungen an den ersten Auftritt seines 17-köpfigen Rumpfkaders während der umstrittenen Asienreise zurück. «Man merkt, dass alle noch mit der Zeitumstellung und den Reisestrapazen zu kämpfen haben. Es ist nicht so einfach, das wegzustecken», sagte der Bundestrainer. Der krasse Außenseiter China, dessen junge Auswahl die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika bereits verpasst hat, «wird uns körperlich alles abverlangen», glaubt Löw. Trotz der widrigen Voraussetzungen hofft er, «dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu absolvieren».


Friedrich verpasste das Training wegen Schmerzen im erst im vergangenen Monat operierten linken Knie. Westermann hatte sich beim ersten Training eine Sehnen-Verletzung am Fuß zugezogen und konnte am Tag vor dem Spiel nur Regenerationstraining bestreiten. Lukas Podolski wurde von den Physiotherapeuten zwar auch gepflegt, der Stürmer aber gab Entwarnung: «Es ist alles in Ordnung.»

Noch vor dem öffentlichen Abschlusstraining im «Shanghai Stadium» gab der Chefcoach zudem bekannt, dass Robert Enke trotz seiner Kopfverletzung im Tor stehen wird. «Es besteht keine Gefahr. Robert hat auch keine Angst. Er wird die Wunde mit einem Turban abdecken», erläuterte Löw. Die Fäden würden erst nach der Partie gezogen. Der erstmals nominierte Schalker Manuel Neuer muss sich bis zur zweiten Station der Asienreise gedulden. Der 23-Jährige wird in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sein Länderspiel-Debüt feiern. Ob von Anfang an, soll erst vor Ort entschieden werden.

Das Gerüst der Notelf ohne Leistungsträger wie Kapitän Michael Ballack, Miroslav Klose oder Per Mertesacker werden erfahrene Kräfte wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Thomas Hitzlsperger bilden. Im Angriff vertraut Löw auf den Neu-Münchner Mario Gomez und Köln-Rückkehrer Lukas Podolski. «Beide waren in der Endphase der Bundesliga sehr präsent», sagte Löw. Als einziger der insgesamt fünf Neulinge ist der frischgebackene deutsche Meister Christian Gentner für die Startformation eingeplant. «Er hat sich enorm entwickelt in Wolfsburg», betonte Löw. Wer in Abwesenheit von Ballack und Klose die Kapitänsbinde tragen darf, verriet der Bundestrainer nicht. Favorit ist Lahm, weitere Kandidaten Schweinsteiger und auch Geburtstagskind Friedrich, der am Spieltag 30 Jahre alt wird.

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