Der deutsche Fußball sieht ein verstärktes Engagement in Asien als eine wichtige Investition für die Zukunft. Dazu müsse man auch solche Arbeit leisten wie die Nationalmannschaft, «die unangenehm ist», machte der Präsident des Ligaverbandes, Reinhard Rauball, in Shanghai deutlich.
Letztlich sei eine solche Maßnahme in der Konsequenz auch aus wirtschaftlichem Interesse notwendig, «um unsere Spieler in der Bundesliga auch bezahlen zu können». Mit der Auslandsvermarktung hat die Deutsche Fußball-Liga bisher 18 Millionen Euro pro Saison erlösen können, ab der kommenden Saison werden es schon 35 Millionen sein. Die englische Premier League aber sei in dieser Beziehung noch deutlich voraus, betonte Rauball.
Teammanager Oliver Bierhoff wies in China jede Kritik an der Asien-Reise des DFB-Teams noch einmal vehement zurück. «Die Leute, die diese Reise als unsinnig hinstellen, sind die gleichen, die sagen, der deutsche Fußball habe es verpennt, in andere Länder zu gehen. Und es sind auch die gleichen Leute, die kritisieren, junge Spieler würden zu wenig Chancen bekommen», erklärte Bierhoff. Gerade für eine junge Mannschaft seien solche Auslandsreisen besonders wichtig, die Spieler sammeln viele Eindrücke, das Team wächst zusammen», betonte der ehemalige DFB-Kapitän. Allerdings hatten sich die Bundesligaclubs im Vorfeld der aktuellen Asien-Reise der Nationalelf mit öffentlicher Kritik zurückgehalten. Intern aber hatte es auch kritische Stimmen gegeben.
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Rauball machte auch klar, dass die DFL bei ihrer bisherigen Strategie bleiben will, vor allem Bundesliga-Teams auf andere Kontinente zu schicken, die auch Spieler aus den jeweiligen Ländern im Aufgebot hat. Für eine Verlegung etwa des Liga-Cups oder von Wettbewerbsspielen nach Asien gebe es keine Pläne. Die abgelaufene Saison habe die Attraktivität der Bundesliga auch für das Ausland eindrucksvoll bestätigt, sagte Rauball: «Wir können ein seriös aufgebautes Produkt Bundesliga anbieten.»