Eschen (dpa) - 26.03.2009, 10:13 Uhr
Liechtensteins Nationalmannschaft liegt in der aktuellen Weltrangliste des Fußball-Weltverbandes FIFA nur auf Platz 152 - eingekeilt zwischen Mauretanien und den Niederländischen Antillen.
Das Duell mit Deutschland in der WM-Qualifikation will die Elf von Trainer Hans-Peter Zaugg dennoch mit Elan angehen. «Wir freuen uns riesig und wollen uns so teuer wie möglich verkaufen», sagte der 56-jährige Schweizer der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem Duell in Leipzig. «Wir wissen aber auch, dass es verdammt schwer wird.» Das Hinspiel hatte Liechtenstein mit 0:6 verloren, zur Halbzeit aber nur mit einem Tor zurückgelegen.
«Bidu» Zaugg führt das Nationalteam von Liechtenstein in seiner zweiten Amtszeit seit dem 1. Januar 2007. Sein Kader rekrutiert sich vor allem aus Amateur-Spielern; alleine sechs stammen vom USV Eschen- Mauren, der aufgrund einer Sonderregelung in der dritthöchsten Schweizer Klasse spielt. In seiner Länderspiel-Geschichte hat Liechtenstein von 104 Partien nur sechs gewonnen, 327 Gegentore kassiert. Gegen Deutschland wurden bislang alle drei Spiele verloren, die Torbilanz liegt bei 3:23.
Zu den Stützen der Elf aus dem «Zwergenstaat» mit seinen gut 35 000 Einwohnern zählen vor allem Torwart Peter Jehle und Stürmer Mario Frick, der Rekordnationalspieler (84 Einsätze) und Rekordtorschütze (13 Treffer). «Es wäre überraschend, wenn wir keine hohe Niederlage kassieren», räumte Zaugg angesichts seiner prekären Personallage ein. Er beklagt viele verletzte Spieler, andere wie Verteidiger Franz Burgmeier fehlen mit Gelb-Sperren. «Mario Gomez und Lukas Podolski werden uns sicher Probleme bereiten», warnt Zaugg vor dem Angriffs-Duo der deutschen Nationalelf. «Wenn wir ihnen ins Messer laufen wie beim Hinspiel, als wir in der zweiten Halbzeit fünf Tore kassierten, setzt es ein Desaster», sagte Kapitän Frick der Liechtensteiner Tageszeitung «Vaterland».
Dass Liechtensteins Fußball mit der Rolle als «Underdog» durchaus selbstironisch umgehen kann, bewiesen nicht zuletzt die Regisseure Sigvard Wohlwend und Sebastian Frommelt. Ihr Dokumentarfilm über die vergangene EM-Qualifikation der Elf aus dem Fürstentum trug die Werbezeilen: «Sie wollen an die EM. Sie spielen mit Herz. Sie haben keine Chance.» Aber diese wollen die Liechtensteiner dennoch nutzen. Jedes Mal auf's Neue.