Von den 21 Akteuren im DFB-Kader konnten nur 18 die «Test-Batterie» (Meyer) aus Sprung- und Sprintübungen sowie dem abschließenden Ausdauerlauf über 3500 Meter mitmachen. Passen musste neben Torhüter René Adler (Ellbogen- Blessur) und Mittelfeldakteur Piotr Trochowski (Knie) auch Abwehrspieler Per Mertesacker. Trotz einer Prellung am Fuß sowie muskulären Problemen gebe es bei dem Bremer aber «keine Probleme für die Partie gegen Liechtenstein», versicherte Löw. Fragezeichen stehen dagegen weiterhin hinter Adler und Trochowski, die erst in zwei Tagen wieder trainieren sollen. «Die Mediziner haben die optimistische Prognose abgegeben, dass sie es schaffen», sagte Löw. Mannschaftsarzt Meyer wies nochmals Bedenken aus der Bundesliga zurück, dass der Leistungstest kurz vor dem Saisonendspurt die Nationalspieler übermäßig belasten könnte. «Der Test ist überhaupt nicht dramatisch. Das Ganze liegt weit unterhalb einer anstrengenden Trainingseinheit», erklärte Meyer. Auf Liegestütze, Klimmzüge und Läufe mit Richtungswechsel wurde dieses Mal sogar verzichtet. Die Spannungen zwischen DFB und Liga bleiben trotzdem bestehen. Uli Hoeneß griff nur einen Tag nach der Tagung von Löw mit den Vereinstrainern die Führung der DFB-Auswahl an. «Mich stört an der ganzen Diskussion, dass immer, wenn so Länderspiele gegen Liechtenstein oder Andorra vor der Tür stehen, die zuständigen Herren vom DFB der Bundesliga zeigen wollen, wie man Fußball spielt», sagte der Bayern-Manager im «Münchner Merkur»: «Die sollten uns in den Vereinen besuchen und uns dort nachweisen, dass wir falsch arbeiten. Dann können wir gerne darüber reden.» Löw will trotz «unterschiedlicher Interessenlagen» zwischen Clubs und Nationalelf aber auch in Zukunft Defizite im deutschen Fußball benennen, wie er in Leipzig verdeutlichte: «Wir dürfen nicht stehen bleiben.» Dazu soll auch der Fitnesstest beitragen, ebenso wie Reaktions- und Wahrnehmungstests am Computer. In kurzer Zeit sollen Löw die Ergebnisse mit den Einstufungen «gut, mittel, schlecht» vorliegen. Das Fitness-Zeugnis wird auch im Mannschaftskreis heiß diskutiert. «Die Spieler vergleichen ihre Werte», bemerkte Meyer. Im 30-Meter-Sprint liegen die Leistungen etwa zwischen 3,8 und 4,2 Sekunden, berichtete der leitende Professor vom Sportmedizinischen Institut der Uni Saarbrücken. «Da ist der schnellere Spieler drei Meter eher am Ball, das ist schon viel», verdeutlichte Meyer die Bedeutung der Antrittsschnelligkeit. Bammel vor den Tests hätten die Spieler aber nicht, sagte Torwart Robert Enke: «Da fast alle gut arbeiten im Verein, ist die Angst nicht so vorhanden - bei mir jedenfalls nicht.»
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