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Zeichen für friedlichen Fußball-Klassiker

Berlin (dpa) - 18.11.2008, 18:22 Uhr

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Anders als vor sieben Jahren soll der Klassiker Deutschland gegen England zu einem friedlichen Fest werden. Die Sicherheitskräfte erwarten in Berlin bis zu 10 000 englische Fans, derzeit gibt es aber keine Anzeichen für Störaktionen von sogenannten Problem-Anhängern.

«Die letzten Auswärtsspiele der englischen Mannschaft waren unproblematisch. Wir gehen davon aus, dass es auch in Berlin grundsätzlich unproblematisch läuft und es Ausschreitungen von den Ausmaßen wie 2001 nicht geben wird», sagte DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der DFB hat knapp 8000 Tickets nach England verkauft; dazu werden weitere englische Anhänger erwartet, die in Deutschland wohnen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzt für das 31. Länderspiel mit England auf Deeskalation. Vor sieben Jahren hatte es beim 1:5 der deutschen Nationalmannschaft Ausschreitungen mit englischen Fans gegeben; weniger am Spielort München, sondern vor allem bei der Anreise von gewaltbereiten Anhängern in Frankfurt/Main. Mehr als 3000 gewaltbereite Fans waren damals angereist. Im Vorfeld der aktuellen Partie wurden englische Sicherheits-Experten eng in die Vorbereitung einbezogen. «Wir haben mehrmals mit den englischen Kollegen gesprochen, sie waren insgesamt dreimal bei uns. Bei der letzten Besprechung waren auch vier Angehörige der britischen Botschaft dabei», berichtete Spahn.

Gastgeber und Gäste werden vor dem Spiel zahlreiche Zeichen für ein friedliches Aufeinandertreffen setzen. Vor dem Spiel wollen englische und deutsche Fans gemeinsam einen Kranz am Holocaust-Mahnmal niederlegen und danach in der Grundschule am Brandenburger Tor ein gemeinsames Fußball-Projekt starten. Am Vorabend des Spiels ist in Berlin-Spandau ein Fußballspiel zwischen britischen Anhängern und Schauspielern aus dem Film «Das Wunder von Bern» von Sönke Wortmann angesetzt. Die britische Botschaft lud zu einem Empfang mit Fußballtorte, Tombola und 300 geladene Gäste, darunter auch bekannte Ex-Fußballer wie Geoff Hurst, Roy Macfarland, Tony Woodcock und dem bekanntesten deutschen Torhüter auf der Insel, Bernd Trautmann.

Um mögliche Gewaltausbrüche am Rande des Fußballspiels im Keim zu ersticken sind in Berlin mehr als 1000 Bundespolizisten im Einsatz. Sie sollen auf Flughäfen und in Zügen für eine friedliche An- und Abreise der Schlachtenbummler sorgen, wie die Bundespolizei mitteilte. Auch die Berliner Polizei ist - unterstützt von Beamten mehrerer Bundesländer - mit einem Großaufgebot im Einsatz; die genaue Zahl der Kräfte soll erst am Spieltag feststehen.


Mehr als 200 Fans trafen bereits mit einer Charter-Maschine in der Hauptstadt ein. Insgesamt werden bis zu 10 000 britische Fußballfreunde erwartet. 200 bis 300 davon stuft die Polizei als «Problemfans» ein. Zudem wird mit zahlreichen gewaltbereiten deutschen Fans gerechnet. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) versicherte am Dienstag, die Hauptstadt sei vorbereitet. Mehr Beamte als Hooligans würden das Spiel begleiten. «Ich sehe eigentlich nur eine Gefahr für den englischen Torwart», sagte Körting.

Der englische Fußball-Verband hatte in seiner Vereins-Zeitschrift «Three Lions» den mitreisenden Fans allgemeine Hinweise gegeben, von Treffpunkt-Möglichkeiten in Berlin über Sicherheits-Hinweise bis hin zur Hausordnung im Olympiastadion. Die Gäste-Anhänger werden von szenekundigen Beamten begleitet. Polizeisprecher Carsten Müller sprach von «etwa 200 bis 300 Problemfans».

Der englische Fan-Koordinator Kevin Miles arbeitet eng mit seinem deutschen Kollegen vor Ort, Gerald von Gorrissen, zusammen. Wie sowohl in England als auch Deutschland üblich, erhielten einschlägig bekannte gewaltbereite Anhänger Melde-Auflagen oder Reise-Verbote. Bei Auswärts-Länderspielen haben über 3000 englische Hooligans Ausreise-Verbot. Vorab besuchten die deutschen Beamten rund 80 potenzielle Gewalttäter in Berlin.

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