Beckenbauer rüffelt Streit von Ballack und Bierhoff
Hamburg (dpa) - 09.09.2008, 13:55 Uhr
Nationalspieler Michael Ballack (l) und Teammanager Oliver Bierhoff halten Distanz.
Franz Beckenbauer hat zur Beilegung des Konflikts zwischen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff einen «Friedensgipfel» unter der Leitung von Verbandschef Theo Zwanziger gefordert. «Es ist geradezu 'tödlich', wenn die Sache immer weiter schwelt», schrieb Beckenbauer in seiner Kolumne für die «Bild»-Zeitung. Solche Unstimmigkeiten könne sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf Dauer nicht leisten, betonte der «Kaiser». Es bestünde der Eindruck, dass Bierhoff und Ballack ihren Disput nicht untereinander klären könnten. An dem Versöhnungsgespräch unter dem Vorsitz von DFB-Chef Zwanziger müssten Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Joachim Löw und die «beiden 'Streithanseln'» teilnehmen, forderte Beckenbauer.
Zwanziger hat sich bereits in die seit der EM im Juni laufende Auseinandersetzung eingeschaltet. Der Jurist forderte unmissverständlich ein sofortiges Ende der gegenseitigen Anschuldigungen. Der Streit sollte eigentlich in einem Vier-Augen-Gespräch von Bierhoff und Ballack vergangener Woche beigelegt worden sein. Durch Medien verbreitete Aussagen von Bierhoff und Ballack hatten die Debatte jedoch immer wieder angeheizt. Zwanziger forderte ebenso ein weiteres Gespräch zwischen Bierhoff, Ballack und Löw, erachtet seine Teilnahme daran aber im Gegensatz zu Beckenbauer nicht für notwendig. «Das sind drei ausgezeichnete Persönlichkeiten, die sich in der aktuellen Situation selbst zusammenfinden müssen. Das erwarte ich von ihnen als den sportlichen Führungskräften und dabei haben sie mein volles Vertrauen. Da muss ich nicht dabeisitzen», sagte Zwanziger schon vor Erscheinen der Beckenbauer-Kolumne der Deutschen Presse-Agentur dpa. |