Löw bleibt dabei: Nur 23 Spieler nach Mallorca
Berlin (dpa) - 25.04.2008, 22:16 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw will mit 23 Spielern nach Mallorca ins Trainingslager.
Trotz der Ungewissheit um die körperliche Verfassung von Christoph Metzelder und der Absage von Bernd Schneider wird Bundestrainer Joachim Löw höchstwahrscheinlich keinen größeren Kader für die unmittelbare Vorbereitung auf die Fußball-EM nominieren. «Wir planen derzeit weiter, dass wir mit 23 Mann nach Mallorca gehen. Es sei denn, wir haben ein, zwei Spieler mit Riesen- Problemen», sagte der Chefcoach der deutschen Nationalelf der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zuvor hatte Löw seinem Abwehrchef Metzelder, der wegen einer Fußsohlen-Verletzung in diesem Jahr noch kein Spiel bestreiten konnte die Nominierung in seinen EM-Kader zugesichert. Auch Routinier Schneider hatte von Löw eine Zusage erhalten. Jedoch musste der Spieler von Bayer Leverkusen die Teilnahme aufgrund einer Bandscheiben-Operation inzwischen absagen. . «Ich gehe davon aus, dass Christoph Metzelder in den nächsten drei Wochen bei Real Madrid normal trainiert und vielleicht auch noch ein Spiel macht. Er ist ohne Beschwerden», erläuterte Löw die Situation um sein derzeit größtes Sorgenkind.
Am 19. Mai wird der Bundestrainer mit seinen nominierten Spielern auf die Ferieninsel Mallorca aufbrechen, wo zunächst drei Tage lang ein individuelles Training geplant ist. In diesen Tagen können auch die Familien der Spieler in Palma dabei sein. Ab 23. Mai steht dann das taktische Teamtraining im Mittelpunkt. Bis 28. Mai kann Löw noch auf mögliche Verletzungen bei seinem Personal reagieren, zehn Tage vor dem ersten Spiel muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen offiziellen Kader bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) benennen. Wie viele Spieler bei der Bekanntgabe des deutschen EM-Kaders am 16. Mai auf der Zugspitze auf Abruf gestellt werden, um im Fall von Ausfällen im 23er Aufgebot einspringen zu können, wollte Löw noch nicht festlegen. «Es wird eine Abschluss-Besprechung des Trainerstabs nach dem vorletzten Bundesliga-Spieltag am 10. Mai geben. Dann treffen wir uns zwei, drei Tage und entscheiden, welche Spieler wir auswählen», berichtete Löw. Auf der Klausurtagung will der Bundestrainer mit seinen Assistenten neben den noch offenen persönlichen EM-Tickets auch die Nachrücker-Frage diskutieren. |
Die 23 deutschen Hoffnungsträger, die ab 8. Juni mit dem Turnier- Auftakt gegen Polen den Traum vom vierten EM-Titel wahrwerden lassen sollen, wird Löw nach «Können und mentaler Stärke» auswählen. «Wer hat jetzt Vorteile? Warum hat er Vorteile? Wer passt am besten in diesen Kreis und zu unserer Philosophie? Wer passt zu besonderen Situationen?», nannte der Leiter des Titel-Unternehmens die Auswahl- Kriterien. Viele freie Plätze im Kader für das Turnier vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und Österreich gibt es allerdings nicht mehr. Nur drei oder höchstens vier EM-Stellen scheinen noch vakant. Die Positionen für das Tor (Lehmann, Hildebrand, Enke) und die Abwehr (Mertesacker, Metzelder, Lahm, Jansen, Arne Friederich, Westermann, Fritz) scheinen vergeben. Im Mittelfeld dürfen sich noch ein halbes Dutzend Spieler Hoffnungen machen, neben Ballack, Frings, Hitzlsperger, Schweinsteiger und Rolfes nominiert zu werden. Als aussichtsreichste Kandidaten gehen Trochowski, Odonkor und Borowski in den Saison-Endspurt. «Wir haben jetzt noch keinen Spieler gestrichen», betonte Löw. Für den Angriff hat sich der 48- Jährige bereits auf Klose, Gomez, Podolski und Kuranyi festgelegt. Um den fünften Platz kämpfen Neuville, Kießling, Helmes und Hanke.
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