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Legendäre Länderspiele der Nationalmannschaft

Hamburg (dpa) - 03.04.2008, 14:53 Uhr

Die deutschen Weltmeister Fritz Walter (M) und Horst Eckel werden 1954 in Bern gefeiert.
Die deutschen Weltmeister Fritz Walter (M) und Horst Eckel werden 1954 in Bern gefeiert.

Die Deutsche Presse-Agentur dpa hat legendäre Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zusammengestellt.

1. Juli 1912: Deutschland - Russland 16:0

Ihren bis heute höchsten Länderspielsieg feiert die deutsche Nationalelf beim olympischen Turnier 1912 in Stockholm. Gottfried Fuchs glänzt beim 16:0 gegen Russland als zehnfacher Torschütze - eine Bestmarke, die wohl nie mehr ein Stürmer erreichen wird.

28. April 1929: Italien - Deutschland 1:2

Der erste deutsche Erfolg in Italien lässt die Fußball-Welt aufhorchen. Garant für das 2:1 ist Torhüter Heiner Stuhlfauth, der die «Azzurri» zur Verzweiflung bringt und fortan als «Held von Turin» gilt. Bis zum nächsten Sieg in Italien vergehen 57 Jahre.


16. Mai 1937: Deutschland - Dänemark 8:0

Beim 8:0 gegen Dänemark schlägt die Geburtsstunde einer legendären Mannschaft, die nach dem Austragungsort als «Breslau-Elf» in die Annalen eingeht. Gleich fünfmal trifft Otto Siffling ins Schwarze, dessen Einsatz Sepp Herberger bei Reichstrainer Otto Nerz durchsetzt.

22. November 1950: Deutschland - Schweiz 1:0

Fünf Jahre nach Kriegsende sind die Deutschen im Welt-Fußball noch immer geächtet, da reicht die Schweiz die Hand zur Versöhnung. Fast 100 000 sehen in Stuttgart ein 1:0 gegen die Eidgenossen. Herbert Burdenski trifft per Elfmeter. Deutschland gehört wieder dazu.

4. Juli 1954: Deutschland - Ungarn 3:2

«Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen...». Als der «Boss» mit dem 3:2 im WM-Finale gegen Ungarn das «Wunder von Bern» perfekt macht, gerät Fußball-Deutschland aus dem Häuschen. Das beste Spiel auf dem Weg zum 1. Titel gelingt der Elf vier Tage zuvor in Basel. Beim 6:1 gegen Österreich erlebt Fritz Walter eine Sternstunde.

30. Juli 1966: England - Deutschland 4:2 n.V.

Das legendäre Wembley-Tor entscheidet das zweite deutsche WM-Finale und erhitzt bis heute die Gemüter. Obwohl der Ball von Hurst die Linie nicht eindeutig überschritten hat, zeigt der Schweizer Referee Dienst nach Befragen seines Assistenten zur Mitte. Nach dem 2:4 in 120 packenden Minuten fließen bittere Tränen der Enttäuschung.

14. Juni 1970: Deutschland - England 3:2 n.V und 17. Juni 1970: Deutschland - Italien 3:4 n.V.

Zwei «Jahrhundertspiele» in nur drei Tagen: Der 3:2-Revanche gegen England in der «Hitzeschlacht» von Leon lässt das Team von Helmut Schön im WM-Halbfinale in Mexiko-Stadt einen 120 Minuten-Krimi gegen Italien folgen. Nach Schnellingers Ausgleich überschlagen sich die Ereignisse - Ende 3:4. Die ermattete DFB-Elf wird am Ende Dritter.

29. April 1972: England - Deutschland 1:3

Die «Festung» Wembley ist geknackt. In der Form seines Lebens führt Günter Netzer die deutsche Elf im fünften Anlauf seit 1909 zum ersten Sieg in London. Mit dem 3:1 im EM-Viertelfinale ist der Weg frei zum 1. Europameistertitel, der im Juni mit 3:0 gegen die UdSSR besiegelt wird. Kritiker schwärmen: Das beste DFB-Team aller Zeiten.

22. Juni 1974: BR Deutschland - DDR 0:1

Der einzige deutsch-deutsche Fußball-Vergleich endet in Hamburg mit einer faustdicken Überraschung. Jürgen Sparwassers Tor trifft das Team von Helmut Schön bis ins Mark, doch Platz zwei in der WM- Vorrundengruppe hinter der DDR erweist sich als Vorteil. Auf dem Weg ins Endspiel warten auf Beckenbauer & Co. die leichteren Gegner.

3. Juli 1974: Deutschland - Polen 1:0

Die «Wasserschlacht von Frankfurt»: Obwohl sich unzählige Helfer mühen, den Rasen des Waldstadions nach sintflutartigen Regengüssen bespielbar zu machen, präsentiert sich das Geläuf beim letzten WM- Zwischenrundenspiel gegen Polen als Morast. Hinten hält Maier dicht, vorne trifft Müller: Deutschland steht zum 3. Mal im Finale.

7. Juli 1974: Deutschland - Niederlande 2:1

«Kaiser» Franz besiegt «König» Johan. Im Duell der weltbesten Fußballer erobert Deutschland mit dem 2:1 gegen die spielstarken Niederländer den 2. WM-Titel. Das 68. und letzte Länderspiel-Tor von Gerd Müller entscheidet das Finale in München, das für den Favoriten schlecht begonnen hatte: 0:1 durch Neeskens in der 1. Minute.

20. Juni 1976: Deutschland - Tschechoslowakei 2:2 n.V. (3:5 i.E.)

Als Uli Hoeneß den achten Elfmeter in den Nachthimmel über Belgrad jagt, ist der deutsche Traum vom zweiten EM-Titel geplatzt. Im 100. Länderspiel von Franz Beckenbauer geht das Finale gegen die CSSR verloren. Im Halbfinale drei Tage zuvor war Dieter Müller der Held: Drei Tore gegen Jugoslawien - ein perfektes Länderspiel-Debüt.

21. Juni 1978: Österreich - Deutschland 3:2

Die «Schande von Cordoba» - der zweifache Torschütze Hans Krankl besiegelt das deutsche Aus in der Zwischenrunde der WM in Argentinien und beschert Helmut Schön einen traurigen Abschied. Im Nachbarland wird das 3:2, erster Sieg über den Rivalen seit 47 Jahren, frenetisch gefeiert. «I werd' narrisch», schreit Edy Finger ins TV-Mikrofon.

22. Juni 1980: Deutschland - Belgien 2:1

Kopfball-«Ungeheuer» Horst Hrubesch macht den zweiten EM-Gewinn für Deutschland perfekt. Zwei Minuten vor Schluss des Endspiels in Rom sichert er dem Team von Jupp Derwall den 2:1-Sieg gegen Belgien. Die Regie auf dem Rasen führt der 20-jährige Bernd Schuster in seinem erst neunten Länderspiel. Es sollten nur noch zwölf folgen.

25. Juni 1982: Deutschland - Österreich 1:0

Als Nichtangriffspakt oder «Schmach von Gijon» geht das letzte deutsche Vorrundenspiel bei der WM in Spanien in die Geschichte ein. Nach Hrubeschs früher Führung stellen die Teams den Spielbetrieb ein, weil ihnen das Resultat zum Weiterkommen reicht. Eberhard Stanjek weigert sich, das Ballgeschiebe im TV zu kommentieren: Er schweigt.

8. Juli 1982: Deutschland - Frankreich 3:3 n.V. (5:4 i.E.)

Für Karl-Heinz Rummenigge ist das WM-Halbfinale in Sevilla «das verrückteste Spiel» überhaupt. Toni Schumachers Foul an Battiston, dann Klaus Fischers Fallrückzieher zum 3:3-Endstand und Hrubeschs Sicherheit vom Punkt. Mehr Emotion kann Fußball kaum bieten. 72 Stunden später im Endspiel fehlt die Kraft: 1:3 gegen Italien.

29. Juni 1986: Argentinien - Deutschland 3:2

Mit seinen Paraden führt er die deutsche Mannschaft ins WM-Finale, doch ausgerechnet gegen Argentinien patzt Toni Schumacher: Er lässt Brown zum 1:0 einköpfen und wirkt auch sonst nicht sicher. Rummenigge und Völler holen einen 0:2-Rückstand auf, dann schlägt Burruchaga zu. Die DFB-Elf verliert in Mexiko-Stadt mit 2:3 ihr drittes WM-Endspiel.

24. Juni 1990: Deutschland - Niederlande 2:1

Rudi Völler schwört noch heute, nichts gemacht zu haben. Dennoch fliegen er und «Spucker» Frank Rijkaard im WM-Achtelfinale vom Platz. Der Frust über Rot entlädt sich in positiver Energie. Mit einem Jürgen Klinsmann in Galaform gelingt in Mailand ein 2:1 gegen die Niederlande. Zwei Wochen später ist der DFB zum 3. Mal Weltmeister.

30. Juni 1996: Deutschland - Tschechien 2:1

Mit dem ersten «Golden Goal» der Fußball-Geschichte erlangt Oliver Bierhoff sportliche Unsterblichkeit. Mit Hilfe des tschechischen Torhüters Petr Kouba gelingt ihm im Londoner Wembley-Stadion der 2:1- Siegtreffer, der Deutschland den dritten EM-Titel einbringt. Trainer Berti Vogts dirigiert die «La Ola»-Welle der deutschen Fans.

30. Juni 2002: Deutschland - Brasilien 0:2

«Titan» Oliver Kahn lehnt nach 90 Minuten verzweifelt am Torpfosten. Nach einem Turnier ohne Fehler kann er in der 67. Minute des WM-Endspiels in Yokohama Rivaldos Schuss nicht festhalten, Ronaldo staubt zur Führung für Brasilien ab. Trotz der 0:2-Niederlage werden Teamchef Völler und seine Spieler wie Weltmeister empfangen.

4. Juli 2006: Deutschland - Italien 0:2 n.V.

Grosso und del Piero bereiten dem deutschen Sommermärchen 2006 ein tränenreiches Ende. Mit dem 0:2 gegen Italien in Dortmund platzt bei der Heim-WM der Traum vom Einzug ins Finale. Auf einer Woge der Euphorie war das Team von Jürgen Klinsmann zuvor von Erfolg zu Erfolg geeilt. Am Ende steht der wie ein WM-Sieg gefeierte dritte Platz.

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