Vom Sorgenkind zum Kapitän: Klose hofft Treffer
Cardiff (dpa) - 07.09.2007, 12:48 Uhr
Miroslav Klose bekommt von Joachim Löw die Kapitänsbinde anvertraut.
Das 70. Länderspiel wird für Miroslav Klose ein ganz besonderes: Michael Ballack verletzt, Bernd Schneider gesperrt - da darf der WM-Torschützenkönig das Nationalteam im EM-Qualifikationsspiel in Cardiff gegen Wales erstmals als Kapitän aufs Spielfeld führen. «Es ist Tradition beim DFB: Der mit den meisten Länderspielen trägt die Binde», bestätigte Co-Trainer Hans-Dieter Flick die Beförderung Kloses zum Aushilfs-Käpt'n. 69 Einsätze hat Klose, damit ist er der Erfahrenste im aktuellen Kader vor dem Berliner Arne Friedrich (50) und Torwart Jens Lehmann (47). Die Kapitänsbinde passt eigentlich nicht zum eher stillen Klose, der zwar längst ein gestandener Nationalspieler ist, aber kaum als Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird. Zu Wort meldete sich der Ersatz-Kapitän vor dem Spiel nicht, Abwehrspieler Christoph Metzelder war zur letzten Pressekonferenz des DFB in Cardiff angekündigt.
Immerhin ist Klose nach dem Wirbel am Ende der letzten Saison wieder vom Sorgenkind und Buhmann zur unumstrittenen Stammkraft im deutschen Angriff avanciert. Der Wechsel vom SV Werder Bremen zum FC Bayern hat dem Angreifer spürbar gut getan, «sehr wohl» fühlt sich Klose schon nach kurzer Zeit in München. Auch Bundestrainer Joachim Löw hat den gelungenen Neuanfang Kloses beim deutschen Rekordmeister erfreut registriert: «Er hatte einen sehr hoffnungsvollen Saisonstart beim FC Bayern und hat dort gleich Tore geschossen.» Tore sind das wichtigste Argument für Stürmer. Mit drei Treffern in drei Bundesligaspielen für die Bayern hat Klose sich in München Respekt und Anerkennung verschafft und die Erinnerung an das unschöne Ende seiner Bremer Zeit rasch in den Hintergrund gedrängt. Vor der Partie in Wales stellte niemand Kloses Aufstellung in Frage, ganz anders als noch Anfang Juni bei den Partien gegen San Marino (6:0) und die Slowakei (2:1) mit einem formschwachen Klose. Damals erntete Löw Kopfschütteln und sogar öffentliche Kritik, weil er an seinem damals kriselnden Angreifer konsequent festhielt. |