DFL-Chef Rauball für «Verletzungs-Gipfel»
London (dpa) - 21.08.2007, 18:42 Uhr
Reinhard Rauball will das Problem der Verletztenserie in der Bundesliga angehen.
Nach dem Appell von Bundestrainer Joachim Löw, gemeinsam gegen die Verletzungsserie in der Bundesliga anzugehen, hat die Liga sofort reagiert. «Ich sehe die Aussagen von Joachim Löw nicht als Affront gegen die Liga, sondern als Angebot», erklärte Reinhard Rauball, der als Präsident des Liga-Verbandes die offizielle DFB-Delegation zum Fußball-Länderspiel in England anführt. Eine gemeinsame Ursachen-Suche sei «längst fällig», unterstrich Rauball und regte einen «Gipfel» zu der von Löw angesprochenen Problematik an: «Wir sollten uns zusammensetzen.» Dabei denkt der Liga-Chef, zugleich Präsident von Borussia Dortmund, nicht nur an die Ebene der Manager und Trainer, sondern auch die der Ärzte und Physiotherapeuten. Vielleicht würden schon bei 15- bis 17-Jährigen Fehler im Training und der Behandlung gemacht. «Das müssen wir analysieren», sagte Teammanager Oliver Bierhoff.
Löw hatte zuvor alle Verantwortlichen des deutschen Fußballs zu einem weiteren «Umdenken» in grundsätzlichen Fragen der Trainings- und Wettkampfgestaltung aufgefordert. «Das war in keiner Weise als Vorwurf an die Bundesliga und die Trainerkollegen gedacht», konkretisierte DFB-Manager Bierhoff. Angesichts von 60 verletzten Spielern in der Bundesliga und elf Absagen für den Länderspiel-Klassiker in London hatte der DFB-Trainerstab die Zweikampfführung als eine der Verletzungs-Hauptursachen ausgemacht. Rauball stimmte dem zu: Einige Fouls seien sogar als klare «Tätlichkeit» einzuordnen, auch wenn sie von einigen Vereinsvertretern als «clever» eingestuft würden. Bierhoff kündigte an, dass die gesamte Problematik schon bei der nächsten Trainertagung am 2. September behandelt würde. «Da kommen die DFB-Trainer mit den Trainern der 1. und 2. Bundesliga zusammen. Da haben wir die Möglichkeit, über die Themen zu reden», sagte der ehemalige Nationalstürmer.
|