Lahm gegen Jansen: Im DFB-Team zunächst gemeinsam
Herzogenaurach (dpa) - 31.05.2007, 15:30 Uhr
Marcell Jansen (l) und Philipp Lahm stellen sich lachend gemeinsam der Presse.
In 200 Kilometern Entfernung nahm der Neu-Münchner Marcell Jansen den Konkurrenzkampf beim FC Bayern an, doch Nationalmannschaftskollege Philipp Lahm spielte die Rivalität der beiden herunter. «Man sieht es in der Nationalmannschaft, wir können auch in einer Mannschaft spielen», sagte der 32-malige Auswahlspieler Lahm in Herzogenaurach. Assistenz-Trainer Hansi Flick kündigte für das EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino den gemeinsamen Auftritt der beiden Außenverteidiger an - wie schon beim überzeugenden 2:1 in Tschechien. Ob diese Job-Aufteilung in Zukunft beim deutschen Rekordmeister und auch im Nationalteam noch öfter vorkommen wird, ist allerdings unklar. Im Nationalmannschafts-Quartier in der fränkischen Kleinstadt konnten die beiden Münchner den Millionen-Transfer von Angreifer Luca Toni zum Rekordmeister ebenso nachlesen wie angebliches Interesse ihres Clubs an Miroslav Klose oder Franck Ribéry - weitere Zugänge werden erwartet. Beim Kampf um die freien Bayern-Plätze gibt es jede Menge Konkurrenz. «Der einzige Konkurrenzkampf ist der mit sich selbst», verkündete der 21-jährige Jansen selbstbewusst. Das trifft auch auf die DFB-Elf zu, bei der ebenfalls Lahm der Mitbewerber um die linke Verteidiger-Stelle ist.
In seinem 15. Länderspiel verdrängt der Ex-Gladbacher seinen zwei Jahre älteren Konkurrenten zumindest gegen den Fußball-Zwerg wieder auf die rechte Defensiv-Position, obwohl dort auch wieder der Bremer Clemens Fritz zur Verfügung steht. Gegen San Marino sind beide Abwehrspezialisten weniger in der Pflicht nach hinten, sondern mehr in der Kür nach vorne gefordert. Dort könnte Lahm ausspielen, dass er mit beiden Füßen stark ist. «Ein Riesenvorteil», lobte Jansen eine Stärke des Rivalen, der wiederum beim Konkurrenten «Dynamik, Schnelligkeit und Zweikampfstärke» bewundert. Durch das personelle Aufrüsten erhöht der FC Bayern nach einer enttäuschenden Saison ohne Titel und Rang vier nicht nur den Druck auf seine Spieler, sondern kann als schönen Nebeneffekt auch wieder einen größeren Bayern-Block im Nationalteam vorweisen. Bei den Saisonabschluss-Spielen gegen San Marino und die Slowakei ist Lahm - auch wegen Verletzungen - noch der einzige Bayern-Abgesandte aus der sonst immer so dominierend vertretenen Rekordmeister-Truppe. In der neuen Saison kommen neben Jansen und Neuling Jan Schlaudraff auch wieder Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski dazu. «Es ist ein kleiner Vorteil, wenn viele Nationalspieler bei einem Verein spielen und jeden Tag miteinander trainieren», erklärte Lahm.
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