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Ansage für DFB-Stars: Keine Urlaubs-Vorbereitung

Herzogenaurach (dpa) - 29.05.2007, 20:01 Uhr

Die DFB-Spieler trainieren in Herzogenaurach.
Die DFB-Spieler trainieren in Herzogenaurach.

Im nass-kalten Herzogenaurach hat DFB- Chefcoach Joachim Löw jeden Gedanken an Sonne, Strand und Meer verboten.

Obwohl die arg strapazierten Fußball-Nationalspieler nach einer langen Saison einschließlich der Kräfte raubenden WM die Pause förmlich herbeisehnen, sieht der Bundestrainer keinen Grund für eine gedrosselte Vorbereitung auf den Länderspiel-Abschluss 2006/07, auch wenn der erste Gegner «nur» San Marino heißt. «Es ist keine Vorbereitung auf den Urlaub, jeder Focus muss auf die beiden kommenden Spiele gerichtet sein. Wir haben die Verpflichtung, unsere gute Ausgangsposition nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen», trichterte Löw beim Treff im «Herzogspark» seinem 20-köpfigen Kader ein.

Nachdem Löw selbst das erste klare Zeichen vor dem «Doppelpack» gegen San Marino und vier Tage später in Hamburg gegen die Slowakei gesetzt hatte, indem er für die Partie gegen den Fußball-Zwerg aus dem Fürstentum seine «beste Elf» ankündigte und jede Schonung für Stammkräfte ausschloss, schwor er im fränkischen Dauerregen seine Spieler sowohl bei der Trainingseinheit als auch bei abendlichen Einzelgesprächen ein. «Für uns sind es zwei ganz wichtige Spiele, wir wollen sechs Punkte und damit unsere Führung in der EM- Gruppe ausbauen», erklärte der 47-Jährige. Bei der ersten Übungseinheit auf dem Gelände von DFB-Partner adidas fehlte Per Mertesacker. Der Bremer Verteidiger leidet an einem Infekt der Atemwege, eine Einsatz-Gefahr aber soll es laut DFB nicht geben.

Der Stil der Mannschaft und die Erfolge unter Löw haben Franz Beckenbauer bereits veranlasst, sich für ein längerfristiges Löw- Engagement stark zu machen. «Ganz gleich, was 2008 passiert, wäre es gut, wenn er länger bleibt», sagte der ehemalige Teamchef in einem Interview mit der «Welt» und ergänzte: «Im Moment ist es so, dass es für die Nationalmannschaft keinen besseren gibt als Joachim Löw mit seinem Trainerstab.» Löw steht beim Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bis zur EM unter Vertrag.

Den Schwerpunkt in den Übungseinheiten will der Bundestrainer «vor allem im spielerischen Bereich» setzen. «Man rechnet damit, dass beide Kontrahenten relativ defensiv agieren werden, nur auf unterschiedlichem Niveau. Schnelle Ballpassagen, Bewegung, richtige Laufwege - das werden deshalb die Themen sein. Dazu kommen Standards», umriss Löw die Trainingsinhalte, die unabhängig von den Wetterunbilden auf Jens Lehmann, Bernd Schneider, Miroslav Klose & Co. warten.


Die neun Ausfälle und auch die relativ lange Pause für einige Spieler seit Bundesliga-Abschluss vor zehn Tagen sieht der Leiter des EM-Projekts 2008 («Wir wollen Europameister werden») nicht als Problem an: «Der große Teil der Spieler hat weiter trainiert und Freundschaftsspiele bestritten. Die anderen hatten von uns einen Trainingsplan.» Im Gegensatz zum jüngsten Test gegen Dänemark (0:1) wird Löw schon gegen San Marino die stärkste Elf aufbieten, die sich für das «schwerere Spiel» gegen die Slowakei einspielen soll. «Der eine oder andere Wechsel ist zwar möglich, aber es wird nicht so sein, dass zwei völlig verschiedene Mannschaften auflaufen.»

Eine Entscheidung verkündete Löw bereits: WM-Torschützenkönig Klose, zuletzt gegen Tschechien (2:1) gesperrt, ist trotz seiner jüngsten Form-Probleme wieder der Angriffs-Führer. Zudem nutzte Innenverteidiger Manuel Friedrich die Nationalmannschaftsbühne, um seinen Wechsel vom FSV Mainz zu Bayer Leverkusen bekannt zu geben. «Leverkusen hat mir sportliche Perspektiven geboten, die ich in meinem Alter wahrnehmen muss. Ich möchte zur EM und weiter in der ersten Liga zu spielen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dort dabei sein», betonte der 27-Jährige.

Mit dem zeitigen Bekenntnis zu Klose ließ Löw Spekulationen gar nicht erst aufkommen. «Miro ist für uns eminent wichtig. Er hat vielleicht in der Rückrunde nicht ganz die Form erreicht, aber er hat die Jahre zuvor auf ganz hohem Niveau gespielt», sagte der Bundestrainer und betonte. Natürlich werde er in den nächsten Tagen auch die Chance nutzen, «einfach nochmal zu sprechen, was im vergangenen Jahr passiert ist, aber auch mit Hinblick auf das nächste Jahr».

Im «Fall» Michael Ballack bleibt der Stand wie verkündet: Der DFB- Kapitän sollte zwar nach seiner Knöchel-Operation in Herzogenaurach zur weiteren medizinischen Behandlung anreisen, ist aber noch nicht einsatzbereit. «Da gibt es keine Wende. Die Entscheidung ist so gefallen, dass er die Pause braucht, dass er einfach noch nicht voll belastbar ist, dass das Risiko einfach zu groß wäre», merkte Löw mit deutlichem Hinweis auf die kommende EM-Saison an. Auch andere verletzte Spieler wie Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski werden in den nächsten Tagen im DFB-Quartier vorbeischauen.

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