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Gezielte Suche nach den Stars für 2010 und 2012

Duisburg (dpa) - 28.03.2007, 12:57 Uhr

Simon Rolfes und Gonzalo Castro (r) freuen sich auf ihren Einsatz.
Simon Rolfes und Gonzalo Castro (r) freuen sich auf ihren Einsatz.

2008 will Joachim Löw mit den WM-Stars um Michael Ballack Fußball-Europameister werden, doch parallel dazu sucht der Bundestrainer schon jetzt nach den möglichen Nachfolgern.

Die Rekordzahl von sechs Neulingen präsentierte er beim Test-Länderspiel gegen Dänemark, die Datenbank des DFB-Trainerstabes enthält aber noch viele weitere Perspektivspieler für die Championate im kommenden Jahrzehnt. «Wir blicken weiter», begründeten Löw und sein Assistent Hansi Flick die große Talent-Sichtung in der Duisburger MSV-Arena. Gesucht würden Spieler, «die wir bei der WM 2010 und der EM 2012 auf dem hohen Niveau haben, auf dem wir sie sehen wollen.»

Jürgen Klinsmann brachte es in seiner zweijährigen Amtszeit auf 12 Neulinge, Löw konnte seine Debütanten-Liste im Spiel gegen die Dänen schon nach einem Dreivierteljahr auf 13 erhöhen. Klinsmann hatte aber auch nur sein WM-Projekt im Visier - Löw plant langfristiger, auch wenn sein aktueller Arbeitsvertrag nur bis zum EM-Sommer 2008 läuft.

Mario Gomez, Stefan Kießling, Gonzalo Castro, Simon Rolfes, Piotr Trochowski - die Bundesliga-Talente sollen kurz-, mittel- und langfristig gemeinsam mit den etablierten Jungstars wie Podolski, Schweinsteiger oder Mertesacker die Lücken in der Zeit nach Lehmann, Ballack, Schneider oder Frings schließen und das Fundament auf eine breitere Basis stellen. «Wir wollen zeigen, dass die Breite gegeben ist», verdeutlichte Manager Oliver Bierhoff. Löw verteidigte am Mittwoch seinen Debütantenball gegen Dänemark im ARD-Hörfunk noch einmal energisch gegen Vorwürfe, das Länderspiel sei ohne fast alle WM-Stars eine Mogelpackung: «Man fordert ja in Deutschland immer, junge Spieler zu fördern. Alle sprechen davon, wir tun es.»

So wurde unter anderem ein Per Mertesacker für die WM entdeckt. Der 22 Jahre alte Innenverteidiger von Werder Bremen ist der Neuling aus der Ära Klinsmann, der es am weitesten gebracht hat. Auch der Gladbacher Marcell Jansen hat sich längst etabliert. Die ebenfalls von Klinsmann geholten Thomas Hitzlsperger, Mike Hanke, David Odonkor und Robert Huth hatten gleichfalls den Sprung in den WM-Kader gepackt. Unter Löws «Neuen» ist Clemens Fritz der Senkrechtstarter: Der Bremer zählt nur ein halbes Jahr nach seinem Debüt zum festen Kreis. «Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob wir ihn einladen», sagte Flick vor Fritz' fünftem Länderspiel-Einsatz gegen die Dänen.


Fördern und Fordern lautet das Motto von Löw. Akribisch werden die Perspektivspieler gesichtet und auf das A-Team vorbereitet. Das Dänemark-Spiel hatte einen Vorlauf von einem Dreivierteljahr, in Absprache mit U 21-Coach Dieter Eilts wurde entschieden, welche Talente sich im Ernstfall in der Elite-Auswahl beweisen dürfen. Das System ist viel durchlässiger geworden. «Es soll nicht wie früher eine so große Distanz zum A-Team geben», erläuterte Löw. Die Kandidaten werden in den Bundesligaspielen permanent beobachtet. Und in Absprache mit den Vereinstrainern wird ihnen konkret gesagt, in welchen Bereichen sie an sich arbeiten müssen.

Oberstes Auswahl-Kriterium für die Nationalspieler von morgen ist die unter Klinsmann eingeführte offensive Spielphilosophie. «Danach suchen wir die Spieler aus», bestätigte Flick. Darum ist es möglich, dass selbst ein Zweitliga-Spieler wie Patrick Helmes berufen wird, weil er über Qualitäten wie eine gute Technik und Zielstrebigkeit im Abschluss verfüge, so Flick: «Dann ist es zweitrangig, ob einer in der 1. oder 2. Liga spielt.» Wer aber nicht mehr hineinpasst ins Raster, in der Entwicklung auf der Stelle tritt oder nicht genug an sich arbeitet, bleibt auf der Strecke. Als Beispiel dafür steht Abwehrspieler Frank Fahrenhorst, der vor rund zweieinhalb Jahren der erste Neuling der Ära Klinsmann war.

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