Löw arbeitet mit persönlichem Coach
Düsseldorf (dpa) - 28.03.2007, 12:20 Uhr
Joachim Löw steht innerlich ständig unter Spannung.
Joachim Löw arbeitet seit seinem Amtsantritt als Fußball-Bundestrainer mit einem persönlichen Coach zusammen. Er habe nach der WM zunächst mehrmals pro Woche bei diesem externen Coach um Rat gesucht, berichtete der 47-Jährige in der Wochenzeitung «Die Zeit». Auch heute helfe ihm dieser noch gelegentlich «auf mich selbst zu blicken», ergänzte Löw. Vor allem die Extrem-Belastung bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr habe ihn zu einer solchen Zusammenarbeit gebracht. «Kaum hat man sich über einen Sieg wie gegen Polen riesig gefreut, musste wieder Druck aufgebaut werden», berichtete der einstige Assistent von Jürgen Klinsmann über die Tage im Sommer 2006.
Er habe das Ereignis «nie richtig verarbeiten» können und habe unter der psychische Belastungen bei der WM noch lange gelitten: «Ich habe einen hohen Preis bezahlt für diese WM», gestand Löw. Das habe ihn über Monate verfolgt, besonders nachts, in den Träumen. «Man fragt sich, warum man gewisse Dinge nicht bewusster wahrgenommen hat, im sportlichen aber auch im zwischenmenschlichen Bereich. Warum man oft nicht genießen konnte, die Siege zum Beispiel, die Stimmung», bemerkte der Bundestrainer. Zwischen den Trainern untereinander, aber auch zu manchen Spielern seien durch den enormen Druck enge emotionale Bindungen entstanden. «Wir freuen uns in der Kabine, gut, dann gehen wir zum Bus, und schon sind die Gedanken: Klar, das war gut, aber wie können wir es besser machen? Nie nachlassen, niemals nachlassen. Wahnsinn.»
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