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Löw kündigt gegen Schweiz großen Stürmertest an

Düsseldorf (dpa) - 06.02.2007, 15:09 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw (M) mit Kevin Kuranyi (l) und Mario Gomez.
Bundestrainer Joachim Löw (M) mit Kevin Kuranyi (l) und Mario Gomez.

Bundestrainer Joachim Löw hat das erste Länderspiel des Jahres gegen die Schweiz zum großen Stürmertest erklärt und will auf dem Weg zur schnellstmöglichen EM-Qualifikation alle seine Angreifer unter die Lupe nehmen.

«Es ist gut möglich, dass alle vier zum Einsatz kommen», kündigte Löw vor der Testpartie gegen den EM-Gastgeber in Düsseldorf eine große Offensivrotation zwischen Miroslav Klose, Mike Hanke, Kevin Kuranyi und Mario Gomez an. WM-Verlierer Kuranyi wird damit nach 15 Monaten zu seinem Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kommen und Gomez siebter DFB-Neuling unter Löw sein.

Der am Daumen verletzte Klose kann derweil über seinen Einsatz selbst entscheiden. «Wenn er das Signal gibt, dass er keine Angst in den Zweikämpfen hat, wird er von Anfang an spielen», sagte der DFB-Chefcoach, der offenbar mit dem Wolfsburger Hanke in der Startformation plant.

Die knappe Zeit in Düsseldorf mit nur einem gemeinsamen Training nutzte Löw auch noch zu Einzelgesprächen mit allen 21 Spielern, inklusive dem gegen die Schweiz gesperrten Angreifer Lukas Podolski. «Wir haben klare Zielvorgaben formuliert», berichtete Löw, der seine Akteure so für den Weg zur Europameisterschaft im kommenden Jahr einschwören will. «Wir wollen uns so schnell wie möglich qualifizieren und nicht wie in der Vergangenheit erst am letzten Spieltag», sagte Löw.

Der Bundestrainer baut dabei auch auf den Enthusiasmus des WM-Jahres. «Wir freuen uns, dass es nach einer etwas längeren Länderspielpause wieder losgeht. Es ist gut, dass der Fußball wieder in den Mittelpunkt rückt», sagte Löw. Zuspruch - aber auch eine Mahnung zur Konzentration auf die neuen Aufgaben - bekamen die Nationalspieler von Franz Beckenbauer. «Ich sehe die EM-Qualifikation nicht in Gefahr, höchstens wenn sie leichtsinnig werden, aber das glaube ich nicht», sagte der «Kaiser» vor dem Länderspielstart 2007.


Am Tag vor dem Testlauf für das EM-Qualifikationsspiel am 24. März in Tschechien, bei dem vor allem ein Ersatzmann für den in Prag gesperrten Klose gefunden werden soll, tappte Löw bei seinen Personalplanungen selbst noch etwas im Dunkeln. Erst am Abend stand bei minimaler Vorbereitungszeit das einzige Training mit dem kompletten Kader auf dem Programm. «Ich muss mir ein Bild machen und werde dann nach den Eindrücken eine Entscheidung fällen», sagte er.

Eine Einsatzgarantie für das Schweiz-Spiel bekamen die von der Bayern-Krise geplagten Münchner Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. «Die Nationalelf ist wie eine Oase für die Spieler. Mit der Luftveränderung können sie vom Alltag wegkommen», sagte Löw. Erst am Spieltag will sich der 47-Jährige entscheiden, ob das WM-Duo Per Mertesacker und Christoph Metzelder erstmals seit dem Sommer 2006 wieder die Innenverteidigung bilden wird. «Wir sind froh, dass sie beide wieder dabei sind und in der Bundesliga regelmäßig zum Einsatz kommen konnten», sagte Löw, lobte aber auch die Ersatzmänner Manuel Friedrich und Arne Friedrich, der wohl wie bei der WM auf die rechte Verteidiger-Position ausweichen wird.

Für Kuranyi endet in Düsseldorf eine lange «Leidenszeit». Erstmals seit dem 0:0 in Frankreich im November 2005 ist der für die WM ausgebootete Stürmer wieder an Bord. «Ich freue mich sehr, dass ich wieder dabei bin. Ich habe über meine Fehler nachgedacht und wollte unbedingt wieder Erfolg haben. Ich fange bei Null an», sagte der Angreifer vor seinem 36. Einsatz im DFB-Trikot. Löw lobte Kuranyi ausdrücklich für seine Leistungssteigerung nach schweren Tagen. «Er hat seine Torgefahr wiedergefunden und erheblichen Anteil daran, dass Schalke oben steht.»

Neuling Gomez wollte sich trotz drei Toren in den letzten beiden Bundesliga-Spielen für den VfB Stuttgart vor seinem ersten Auftritt in der Nationalmannschaft nicht in den Vordergrund schieben. «Es ist für mich ein großes Highlight, hier dabei zu sein», sagte der 21- Jährige. Kuranyi bezeichnete er als Vorbild aus gemeinsamen Stuttgarter Tagen. «Er hat gezeigt, wie es geht.»

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