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Beckenbauer kritisiert Ausrüster-Streit

Berlin (dpa) - 06.02.2007, 14:57 Uhr

Franz Beckenbauer bei einer Pressekonferenz.
Franz Beckenbauer bei einer Pressekonferenz.

Im Streit um den zukünftigen Ausrüster der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Franz Beckenbauer die Beteiligten hart kritisiert und die Lösung weiter als offen eingestuft.

«Ich halte diesen Weg für völlig verkehrt. Das hätte man intern lösen müssen und lösen können. Was dabei letztlich heraus kommt, ich weiß es nicht», sagte DFB-Präsidiumsmitglied Beckenbauer in Berlin, wo er in der mexikanischen Botschaft für sein Wirken als Sportler, Trainer und WM-Chef den «Aguila Azteka» erhielt. Es ist die höchste Auszeichnung, die Mexiko für Ausländer vergibt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte einen Tag zuvor eine repräsentative Umfrage zum möglichen Wechsel von Traditionspartner adidas zum amerikanischen Sportartikel-Konzern Nike präsentiert, nach der 72 Prozent der Deutschen für einen Sponsoren-Wechsel zum US-Konzern sind, sofern der Verband die Mehreinnahmen in die Nachwuchsförderung und den Bau von Bolzplätzen in Schulen und Vereinen investieren würde. Ohne ökonomischen und sozialen Hintergrund gaben nur 19 Prozent der Befragten eine Abkehr vom langjährigen DFB-Partner die Zustimmung.

«Es ist schade, dass es überhaupt soweit gekommen ist. Man hätte das viel früher im Vorfeld erledigen können und nicht sofort alles in die Öffentlichkeit hinaus posaunen. Das weckt nur Geister, die eigentlich gar nichts damit zu tun haben», erklärte Beckenbauer, der als persönlicher Repräsentant und Bayern-Präsident seit vielen Jahren eng mit dem Herzogenauracher Sportartikel-Hersteller adidas verbunden ist. Auf der anderen Seite hat der «Kaiser» Sitz und Stimme im DFB-Präsidium, das letztlich entscheiden muss. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, dem Kritiker als ehemaligen Repräsentanten Nähe zu Nike vorwerfen, hatte auf den gestiegenen Wert der Nationalelf und eine marktgerechte Vergütung verwiesen.

Bundestrainer Joachim Löw und die Spieler der Nationalmannschaft, von denen einige mit Ausrüster-Einzelverträgen ausgestattet sind, hielten sich offiziell aus dem Streit heraus. «Das wird bei uns nicht thematisiert und auch von den Spielern nicht diskutiert. Das ist eine Entscheidung, die auf anderer Ebene fällt», sagte Löw einen Tag vor dem Test-Länderspiel gegen die Schweiz in Düsseldorf. «Ich trage, was mein Arbeitgeber mir zur Verfügung stellt», schloss der Bundestrainer an.

Nike hatte dem DFB ein Angebot ab 2011 über insgesamt 600 Millionen Euro für acht Jahre vorgelegt und den bisherigen Partner damit um fast das fünffache übertroffen. adidas geht von einem gültigen Vertrag mit dem DFB bis 2014 aus.


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