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DFB durch Nike-Angebot «moralisch unter Druck»

Hamburg (dpa) - 07.12.2006, 16:56 Uhr

Theo Zwanziger fühlt sich durch ein Millionen-Angebot von Nike «moralisch unter Druck».
Theo Zwanziger fühlt sich durch ein Millionen-Angebot von Nike «moralisch unter Druck».

DFB-Präsident Zwanziger fühlt sich durch das Angebot des amerikanischen Sportartikelherstellers Nike, mit 50 Millionen Euro pro Jahr den deutschen Konkurrenten adidas als Ausrüster der Fußball-Nationalmannschaft abzulösen, «moralisch unter Druck».

Der DFB-Präsident kündigte in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» an, die Details des Nike-Angebots zu prüfen. «Cash ist das eine. Aber eine Partnerschaft mit einem Ausrichter muss auch gelebt werden. Da steckt mehr dahinter. Wenn wir das mit Nike geklärt haben, wird es ein weiteres Gespräch mit adidas auf der Führungsebene geben. Wir gehen Schritt für Schritt vor. Wir sind ergebnisoffen», sagte Zwanziger. Der langjährige Partner adidas soll jährlich den Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit rund 10 Millionen Euro unterstützen.

Zwanziger macht sich zudem für die Präsidentschaft von Thomas Bach im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) stark. «Ein IOC-Präsident Bach wäre für Deutschland ein erstrebenswertes Ziel. Wenn ich es entscheiden dürfte, wäre er morgen IOC-Präsident. Von der Qualität erfüllt er alle Voraussetzungen», sagte der DFB-Präsident und spricht von einem neuen Verhältnis zwischen den beiden wichtigsten deutschen Sportorganisationen: «Früher herrschte Abgrenzung, jetzt gibt es wechselseitige Unterstützung.» Thomas Bach sei der Beste, «den wir kriegen konnten für den Sport».

In der Frage der Besitzstrafbarkeit für Sportler in einem möglichen Dopinggesetz geht Zwanziger jedoch auf Distanz zu DOSB- Präsident Bach. «Der Sport hat nicht die Machtmittel, um wie staatliche Organe zur Aufklärung zu kommen. Der Sport kann zwar Zeugen vernehmen, aber keinen Eid abnehmen. Auch Durchsuchungen und Beschlagnahmungen sind nicht möglich.» Der Staat müsse dem Sport helfen. «Ohne die Staatsanwaltschaft in Berlin wären wir mit dem Fall Hoyzer nicht fertig geworden ­ und er hätte womöglich auch kein Geständnis abgelegt. Deswegen habe ich Hoyzer auch so kriminalisiert. Wenn er nicht Betrüger ist, kriegen wir ihn nicht. So ähnlich sehe ich die Sache auch im Dopingbereich», betonte Zwanziger.


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