Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnte indes vor zu viel Aufregung angesichts der jüngsten rassistischen Äußerungen. Es sei wichtig, «dass man gegen solche Strömungen konsequent vorgeht, wie es der DFB jetzt handhabt. Aber ich glaube auch, dass man das Problem grundsätzlich nicht größer machen sollte, als es ist», sagte Rummenigge in einem Interview mit dem «Münchner Merkur». Eine schlimme Entwicklung erwartet Rummenigge nicht. Vielleicht, weil in Deutschland konsequent durchgegriffen wird. Die bundesweiten Stadionverbote gegen zwei Zuschauer nach den Rassismus-Rufen von Rostock bleiben bestehen. Wie der Fußball-Zweitligist FC Hansa mitteilte, habe eine Beschuldigte ihren Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen das Stadionverbot auf Grund von Zeugenaussagen vor dem Rostocker Amtsgericht zurückgenommen. Der zweite Zuschauer, gegen den ebenfalls ein bundesweites Stadionverbot bis 2009 ausgesprochen worden war, hatte keine rechtlichen Schritte eingeleitet. Das Rassismus-Problem geht bis in die untersten Spielklassen. In der Berliner Kreisliga wurde Ende September die Partie zwischen der VSG Altglienicke und TuS Makkabi abgebrochen. Die Gästespieler verließen den Platz nachdem sie angeblich antisemitisch beschimpft worden waren. Der Berliner Fußballverband hat in dieser Sache mittlerweile Zwanziger informiert, nachdem ihm von Seiten des jüdischen Vereins Passivität vorgeworfen worden war. Der in Ghana geborene Asamoah, der sich in Deutschland bislang «nie richtig unwohl» gefühlt hat, ist über die wieder zurückgekehrten Verbal-Attacken erschrocken. «Ich finde es schlimm, welche Blüten der Rechtsradikalismus in Deutschland treibt.» Bereits vor der WM hatte er sich wie der ebenfalls dunkelhäutige Patrick Owomoyela juristisch gegen Verunglimpfung durch die rechtsradikale Partei NPD wehren müssen und dabei Beistand durch den DFB bekommen. Für die Zeit nach seiner aktiven Karriere kann sich Asamoah vorstellen, den Kampf gegen Rassismus zu einer Hauptaufgabe zu machen. «Was ich als bekannter Fußballer sage, kommt bei gewissen Leuten vielleicht besser an», sagte er. «Wir dürfen uns jetzt gerade nach der WM nicht damit zufrieden geben, dass Deutschland mit seiner Multi-Kulti-Gesellschaft eine tolle und unvergessliche Sommer-Party gefeiert hat.»
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