Falko Götz (Trainer Hertha BSC): «Von den Namen her ist das eine sehr interessante Konstellation. Über den Fußball-Sachverstand braucht man nicht diskutieren. Was vielleicht dagegen spricht, ist die Erfahrung. Bei der WM 2006 hängen die Trauben sehr hoch.» Bernd Schiphorst (Präsident Hertha BSC): «Ich fände es eine gute Lösung. Jürgen Klinsmann hat eine große Fußball-Karriere hinter sich und er hat die Trainerlizenz. Außerdem ist er eine Persönlichkeit, die das hat, was ich von einem Bundestrainer erwarte, nämlich eine Vorbildfunktion für junge Leute. Nicht alle Kandidaten aus den letzten Wochen wären vermittelbar gewesen. Sicher wird die mangelnde Erfahrung diskutiert werden, aber mangelnde Erfahrung von Trainern hat es auch schon bei den Vorgängern gegeben.» Peter Neururer (Trainer VfL Bochum): «Ich habe den Jürgen Klinsmann als Trainer nicht erleben dürfen, und von daher kenne ich seine Fähigkeiten nicht. Ich kann nur hoffen, dass er die Arbeit, die Rudi Völler erfolgreich angefangen hat, fortsetzen wird. So dass wir Fußballfans eine vernünftige, attraktiv spielende Mannschaft bei der WM 2006 auf dem Platz sehen werden.» Toni Polster (ehemaliger österreichischer Nationalspieler): «Das ist für mich eine Überraschung. Ich hätte es ganz anders gemacht. Ich hätte dem Ottmar Hitzfeld gesagt, wenn er nicht Teamchef werden möchte, dann muss Felix Magath das Nationalteam übernehmen und er wieder die Bayern. Der hätte dann schon das Nationalteam übernommen.» Thomas Helmer (Ex-Nationalspieler): «Ich bin sehr skeptisch im Moment. Gestern war noch der Winni Schäfer der neue Bundestrainer, heute soll es der Klinsmann sein. Ich blicke da nicht mehr durch.» Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04): «Über diese Trainerfindung könnte man einen Film drehen. Das ist eine schallende Ohrfeige für die handelnden Personen. Wenn wir uns so etwas im Verein erlaubt hätten, wären wir zerrissen worden. Hat Klinsmann nicht gerade erst gesagt, er würde dafür nicht in Frage kommen? Das ist wieder so eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für ehemalige Nationalspieler.» Jupp Heynckes (Trainer FC Schalke 04): «Es wird immer nur über populistische Themen diskutiert, fußballerisches Profil ist wohl nicht gefragt. In Deutschland ist angesagt, mit gewissen Medien zu kooperieren, dann bist du wer. Warum hat man nicht den Mut einen Mann wie Ralf Rangnick zu nehmen mit einem starken Manager dahinter. Es gab in der Vergangenheit null Kooperation mit den Vereinen und der Nationalelf, ich habe lediglich auf einer Trainertagung mal mit Völler und Skibbe gesprochen.» Dirk Nowitzki (Basketball-Star): «Der Klinsi war früher ein großer Spieler. Ich glaube schon, dass er das ganz gut machen kann und drücke ihm alle Daumen. Auch der Rudi Völler hatte kaum Trainererfahrung und hat dann einen Riesen-Job gemacht.» Oliver Kahn (Kapitän der Nationalmannschaft): «Ich kenne den Jürgen gut. Er ist ein sehr intelligenter, sehr erfahrener Mann, der sich im internationalen Fußball sehr gut auskennt. Es ist ein Schritt in eine andere Richtung, aber mit sehr, sehr erfahrenen Leuten. Wenn es so kommt, ist es jedenfalls eine große Veränderung.» Uli Hoeneß (Manager FC Bayern München): «Wenn das so kommen sollte, halte ich das für eine sehr mutige Entscheidung. Das ist eine kleine Revolution und ein Neuanfang. Jürgen Klinsmann ist ein Mann, der integrationsfähig ist. Der wie Rudi Völler damals everybody's darling ist, der eine gute Medienpolitik macht. Holger Osieck ist ein sehr erfahrener Mann. Wenn Oliver Bierhoff Manager wird - das würde ich für sehr gut halten. Er hat sich sehr gut entwickelt nach seiner Fußballer-Karriere. In diesem Team ist eine große Chance. Ich habe das Gefühl, dass sich die älteren Herren in dieser Trainer-Findungs- Kommission noch mal richtig ins Zeug gelegt hat.» Dietmar Beiersdorfer (Sportchef Hamburger SV): «Das ist eine relativ revolutionäre Lösung. Klinsmann hat grundsätzlich Recht mit seiner Kritik am DFB. Ich hoffe, dass es sich nicht nur um eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme handelt, sondern wirklich eine Restrukturierung bzw. Sanierung vorgenommen wird. Ich kenne keine Konzepte, hoffe aber, dass die Ideen wirklich mit Leben gefüllt werden». Klaus Toppmöller (Trainer Hamburger SV): «Dazu äußere ich mich nicht mehr». Bernd Schneider (Nationalspieler): «Ich kann nicht entscheiden, wer den Posten übernimmt. Da werden wir als Nationalspieler ja nicht gefragt. Letztendlich müssen allein wir, die Spieler, die Leistung auf dem Platz bringen. Da ist die Mannschaft gefragt und nicht der Trainer auf der Bank.» Holger Fach (Trainer Borussia Mönchengladbach): «Ich habe das Gefühl, alle denken, jetzt wird jemand inthronisiert und dann werden wir in zwei Jahren Weltmeister. Die Probleme liegen doch ganz woanders und darum haben bislang auch so viele Prominente abgesagt. Die Qualität unserer Jugendarbeit und Ausbildung ist einfach schlecht. Dort müssten viel mehr gute Trainer arbeiten.» Thomas Berthold (Weltmeister 1990, Manager Fortuna Düsseldorf): «Ich habe den Eindruck hier wird ohne Konzept gesucht. Jeder, der einen kennt, wird ins Gespräch gebracht. Erst hieß es Hiddink oder Olsen, jetzt plötzlich Klinsmann. Für mich muss ein Bundestrainer ein anderes Profil haben und bereits Erfahrungen gesammelt haben. Die Nationalelf ist doch keine Übungswiese. Wir brauchen einen renommierten Trainer, das kann auch ein Ausländer sein, das machen andere Länder doch auch. Einen Manager als Bindeglied zwischen Verband und Mannschaft halte ich grundsätzlich für eine gute Lösung.» Jürgen Heidel (Manager FSV Mainz 05): «Die Wahl mit Jürgen Klinsmann wäre im Endeffekt ein Schlag ins Gesicht der Trainergilde im DFB. Es wäre zum zweiten Mal nach Rudi Völler, dass einer gewählt wird, der noch nie im Leben einen Mannschaft trainiert hat. Ich glaube auch, dass er überhaupt keine Ausbildung als Trainer hat. Das wäre schwer genug zu erklären und ist auch für mich nicht nachvollziehbar. Wir haben in Deutschland kein Nachwuchs-, sondern ein Trainerproblem.» Heribert Bruchhagen: (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): «Ich habe zu Holger Osieck, mit dem ich bei Schalke zusammengearbeitet habe, Oliver Bierhoff und Jürgen Klinsmann vollstes Vertrauen. Alle drei sind im Fußball aufgewachsen und groß geworden. Dazu besitzt Klinsmann die sehr gute Gabe in der Außendarstellung. Die Frage ist, wie weit die einzelnen Persönlichkeiten ihre Teamfähigkeit zeigen und beweisen können.» Winfried Schäfer (Nationaltrainer Kamerun): «Der Jürgen Klinsmann ist ein Sonnyboy. Der hat eine Art, dass er viel bewegen kann. Wie er als Trainer arbeitet, kann ich nicht beurteilen. Er ist jedenfalls ein positiver Typ. Holger Osieck ist ein fantastischer Trainer mit großer internationaler Erfahrung, der aber als Nummer eins gearbeitet hat und dann wie Michael Skibbe bei Rudi Völler ins zweite Glied treten müsste. Man muss das ganze eben als Paket sehen. Und Oliver Bierhoff ist ein sehr souveräner Typ. Nur weiß ich bis jetzt nicht so ganz genau, was er für Aufgaben übernehmen soll.» Mario Basler (Ex-Nationalspieler und Trainer SSV Jahn Regensburg): «Ich denke, diese Entscheidung ist nicht verkehrt. Natürlich muss man auch erst einmal abwarten, der Jürgen hat ja noch nie eine Mannschaft trainiert. Aber er kennt den DFB gut. Auch die Idee mit Klinsmann, Osieck und Bierhoff ist nicht so schlecht. Auch Oliver kennt den DFB, er hat lange genug selbst in der Nationalmannschaft gespielt.»
 |