20.6.1927 - 21.2.1997, 32 Länderspiele - 1 Tor - 4 WM-Einsätze 1954 Posipal war ein Spätstarter in den Spitzenfußball, kam dann aber gewaltig: Mit 24 bestritt er sein erstes Länderspiel. 1953 stand der Mittelläufer in der Weltauswahl, die in England 4:4 spielte. Der aus dem Banat stammende Hanseat spielte sachlich, war robust und sehr mannschaftsorientiert. Als mit Werner Liebrich ein ernsthafter Konkurrent auftauchte, nahm er klaglos die Position des rechten Verteidigers ein. Posipal war auch als Kaufmann in der Möbelbranche sehr erfolgreich. Werner Kohlmeyer (1. FC Kaiserslautern): 19.4.1924 - 26.3.1974, 22 Länderspiele - 5 WM-Einsätze 1954 Kohlmeyer ist die tragischste Figur der Berner «Helden». Im Endspiel rettete er drei Mal auf der Linie für den geschlagenen Turek und machte damit den Fehler gut, der ihm beim 0:2 durch ein Missverständnis mit dem Schlussmann unterlaufen war. Doch nach dem Triumph ging es bergab. Nach der Scheidung und der Trennung von seinen drei Kindern suchte er Trost im Alkohol, der Buchhalter wurde Hilfsarbeiter auf dem Bau und später Pförtner. Kurz vor dem 50. Geburtstag starb Kohlmeyer an Herzversagen. Horst Eckel (1. FC Kaiserslautern): 8.2.1932, 32 Länderspiele - 6 WM-Einsätze 1954 Der «Windhund» der Weltmeisterelf schaltete den eigentlichen ungarischen Spielmacher, den zurückgezogen agierenden Mittelstürmer Nandor Hidegkuti, aus. Eckel war als 17-Jähriger zum 1. FC Kaiserslautern gekommen und hatte in Fritz Walter seinen großen Förderer. Wie dieser war er bei allen sechs Spielen in der Schweiz dabei. Der gelernte Feinmechaniker ließ sich umschulen und arbeitete als Sportlehrer. Noch heute engagiert er sich in der Sepp-Herberger- Stiftung. Werner Liebrich (1. FC Kaiserslautern): 18.1.1927 - 20.3.1995, 16 Länderspiele - 4 WM-Einsätze 1954 Liebrich war im Finale der «Turm in der Schlacht». Er riss mit seiner Disziplin neben Fritz Walter die Mannschaft mit. Er spielte hart, aber fair. Die internationale Presse ernannte ihn später zum Welt-Stopper. Angebote aus Italien und Spanien lehnte er ab. Er war Pfälzer durch und durch: Liebrich spielte mehr als 1000 Spiele für den 1. FC Kaiserslautern und wurde zum Ehrenspielführer des Clubs ernannt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit einem Zeitungs- und Zigarettenladen. Karl Mai (SpVgg Fürth): 27.7.1928 - 15.3.1993, 21 Länderspiele - 1 Tor - 5 WM-Einsätze 1954 Mai bewachte den Torschützenkönig der WM so hautnah, dass Sandor Kocsis im Finale ohne Treffer blieb und völlig entnervt wurde. Der im Waisenhaus aufgewachsene gelernte Konditor war ein Renner, der keinen Ball verloren gab. «Charly» war auch nicht auf den Mund gefallen und erlaubte sich Kritik an Herberger. Nach seinen letzten Länderspielen baute er ein Schreibwarengeschäft auf, später arbeitete er als Sportlehrer. Nach mehreren schweren Operationen erlag Mai einer unheilbaren Krankheit. Folgt Kurzporträts zwei Helmut Rahn (Rot-Weiß Essen): 16.8.1929 - 14.8.2003, 40 Länderspiele - 21 Tore - 4 WM-Einsätze 1954 Der «Boss» war mit seinen beiden Toren der Spielgewinner. Im Finale spielte Rahn seine Qualitäten aus: temperamentvoll, eigenwillig, dynamisch, explosiv. Im Team wurde er als Stimmungskanone geschätzt. Zum Bundesliga-Auftakt 1963 war er am vierten Spieltag der Erste, der vom Platz gestellt wurde. Seine schillernde Karriere war 1964 nach Achillessehnenoperation und Beinbruch beendet. Danach führte der gelernte Autoelektriker, dem immer auch Alkoholeskapaden nachgesagt wurden, einen Gebrauchtwagenhandel, arbeitete als Verkäufer und zog sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Max Morlock (1. FC Nürnberg): 11.5.1925 - 10.9.1994, 26 Länderspiele - 21 Tore - 5 WM-Einsätze 1954 Herberger charakterisierte den Schützen des Anschlusstreffers als einen «kämpferisch eingestellten Techniker». Morlock verstand sich blind mit den Walter-Brüdern. Mit 16 bestritt er sein erstes Spiel für den 1. FC Nürnberg, dem er 22 Jahre die Treue hielt und für den der Halbstürmer rund 700 Tore schoss. Nach seiner Karriere betrieb der «Fußballer des Jahres» 1961 ein Sportgeschäft. In seiner Heimatstadt ist nach Morlock, der nach Herz- und Krebsleiden starb, ein Platz benannt. Ottmar Walter (1. FC Kaiserslautern): 6.3.1924, 21 Länderspiele - 10 Tore - 5 WM-Einsätze 1954 Ottmar Walter war vielmehr als der «kleine Bruder vom Fritz». Mit dem allerdings genügte ein kurzer Blickkontakt und jeder wusste, wie er laufen und spielen musste. Nach seinem ersten Länderspiel, dem ersten deutschen Nachkriegs-Länderspiel 1950 gegen die Schweiz, flatterte ein Angebot von Stade Reims ins Haus, 110 000 Schweizer Franken kamen gleich mit. Ottmar lehnte ab: «Wenn der Fritz mitgegangen wäre ...». Der Torschützenkönig in der ewigen Rangliste der Regionalliga Südwest musste als Angestellter der Stadtverwaltung Kaiserslautern wegen einer Halswirbelerkrankung mit 58 Jahren in Pension gehen. Fritz Walter (1. FC Kaiserslautern): 31.10.1920 - 17.6.2002, 61 Länderspiele - 33 Tore - 6 WM-Einsätze 1954 Fritz Walter war der verlängerte Arm von Herberger auf dem Spielfeld. Er setzte dessen Ideen um, hielt die Mannschaft zusammen. Er war so sensibel, dass er vor jedem Spiel Lampenfieber hatte, war feinfühlig, bescheiden. Starallüren waren ihm fremd. In seiner besten Zeit hätte er in jeder Weltauswahl seinen sicheren Platz gehabt. Noch am Abend des Endspielsieges ernannte ihn der DFB zum Ehrenspielführer der Nationalmannschaft. Obwohl er der Spielmacher seiner Mannschaften war, war Fritz Walter auch treffsicher: 1953 wurde er mit 38 Toren Torschützenkönig aller Oberligen. Hans Schäfer (1. FC Köln): 19.10.1927, 39 Länderspiele - 15 Tore - 5 WM-Einsätze 1954 Nach der WM wurde «Hänschen» zum besten Linksaußen des Turniers gewählt. Er war ein Flügelstürmer wie aus dem Lehrbuch: immer an der Außenlinie, schnell und trickreich. Seine Flanken waren präzise. Der spätere Kapitän der deutschen Nationalmannschaft zeichnete sich darüber hinaus durch seine große Fairness aus. Er ist ein echter Kölner Junge, der in der aktiven Zeit und danach seinem 1. FC Köln die Treue gehalten hat. Ein besonderes Markenzeichen Schäfers, der auch Mitinhaber einer Firma für Werbeartikel war, ist sein ungebrochener Sinn für Humor. Der Trainer Josef (Sepp) Herberger: 28.3.1897 - 28.4.1977, als Spieler: 3 Länderspiele - 2 Tore, als Trainer: 167 Länderspiele, 94 Siege/27 Unentscheiden/46 Niederlagen Herberger war der unbestrittene «Chef» - so sprachen auch seine Spieler nur respektvoll von dem gebürtigen Mannheimer, der seine Spieler-Karriere auf dem Waldhof begann und über den VfR schließlich bei Tennis-Borussia Berlin beendete. Er spielte drei Mal im Nationaldress. Nach der Olympia-Pleite von Berlin (0:2 gegen Norwegen) wurde Herberger 1936 Nachfolger von Otto Nerz als Reichstrainer, 1950 (bis 1964) war er Bundestrainer. Das Finale von Bern war sein 100. von 167 Länderspielen auf der Trainerbank der Nationalelf. Herberger war ein Fußball-Philosoph, hinter dessen Sprüchen sehr viel mehr steckte als man hinter «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel» oder «Der Ball ist rund» vermutet. Und für sein Lebenselixier gilt noch heute: «Ein Spiel dauert 90 Minuten»! Die Ersatzspieler: Heinrich Kwiatkowski (Borussia Dortmund): 16.7.1926, 4 Länderspiele - 1 WM-Einsatz 1954 Heinz Kubsch (FK Pirmasens): 20.7.1930 - 24.10.1993, 3 Länderspiele - Kein WM-Einsatz 1954 Fritz Laband (Hamburger SV): 1.11.1925 - 3.1.1982, 4 Länderspiele - 4 WM-Einsätze 1954 Hans Bauer (FC Bayern München): 28.7.1927 - 30.10.97, 5 Länderspiele - 2 WM-Einsätze 1954 Herbert Erhardt (SpVgg Fürth): 6.7. 1930, 50 Länderspiele - 1 Tor - Kein WM-Einsatz 1954 Paul Mebus (1. FC Köln): 9.6.1920 - 12.12.1993, 6 Länderspiele - 1 WM-Einsatz 1954 Karl-Heinz Metzner (KSV Hessen Kassel): 9.1.1923 - 25.10. 1994, 2 Länderspiele - Kein WM-Einsatz 1954 Alfred Pfaff (Eintracht Frankfurt): 16.7.1926, 7 Länderspiele - 2 Tore - 1 WM-Einsatz 1954 Ulrich Biesinger (BC Augsburg): 6.8. 1933, 7 Länderspiele - 2 Tore - Kein WM-Einsatz 1954 Richard Herrmann (FSV Frankfurt): 28.1.1923 - 27.7.1962, 8 Länderspiele - 1 Tor - 1 WM-Einsatz 1954 Bernhard Klodt (FC Schalke 04): 26.10.1926 - 23.5.1996, 19 Länderspiele - 3 Tore - 2 WM-Einsätze 1954
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