DFB berät über neues Perspektiv-Team
Frankfurt/Main (dpa) - 16.11.2005, 14:26 Uhr
Oliver Bierhoff bei einer Pressekonferenz.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) denkt über die Wiederbelebung einer Perspektiv-Mannschaft als Nachfolger für das zu Grabe getragene umstrittene Team 2006 nach. «Mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Assistent Joachim Löw werden wir uns zusammen setzen. Die sportliche Leitung der Nationalmannschaft wird dann über die Zukunft des Perspektivteams beraten», sagte Nationalmannschafts- Manager Oliver Bierhoff. «Wir haben keinen Zeitdruck. Wenn, dann geht es um die Saison 2006/2007», sagte DFB-Sprecher Harald Stenger der dpa einen Tag nach dem Abpfiff für das Team 2006. Er räumte zugleich ein, dass es über ein neues Perspektiv-Team «genauso wie in der Öffentlichkeit auch intern beim DFB unterschiedliche Auffassungen gibt». So war die Existenzberechtigung der Mannschaft seit seiner Gründung im Sommer 2002 heftig in Frage gestellt worden. Ex-Nationalmannschafts-Teamchef Rudi Völler meinte in der «Welt», dass das Team mit dem irreführenden Namen «mehr eine Belastung als eine Hilfe» gewesen sei. Gebracht habe es nicht viel.
Auch wenn in Timo Hildebrand, Frank Fahrenhorst, Tim Borowski, Andreas Hinkel, Fabian Ernst, Kevin Kuranyi, Marco Engelhardt und Mike Hanke Spieler den Dress des Teams 2006 trugen, die auch in der A-Mannschaft zum Einsatz gekommen sind und weiter kommen, fehlte der richtige Wettkampfcharakter. Der Versuch, mit dem Team die Lücke zwischen der U 21 und der Elite-Auswahl zu schließen, wurde zudem dadurch erschwert, dass einige Junioren-Spieler seit Klinsmanns Amtsübernahme direkt den Sprung ins A-Team schafften. Immer wieder hagelte es Absagen für Coach Erich Rutemöller, der 2003 Ulli Stielike ablöste, wenn er seinen Kader für die Partien im wenig Zukunft versprechenden «Future Cup» berief. So wie auch vor dem 5:2 im letzten Spiel in Mattersburg gegen Österreich, in dem die Gastgeber mit zwei Eigentoren ihren unfreiwilligen Beitrag zum höchsten Sieg des Perspektiv-Teams leisteten. «Ich bin nicht so schnell euphorisch, aber das heute war einfach Klasse und ein schöner Abschluss für diese Mannschaft», resümierte Rutemöller, der sich nun wieder mehr seiner Arbeit als Chef-Ausbilder beim DFB widmen wird.
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