Oliver Bierhoff (l) und Theo Zwanziger stecken die Köpfe zusammen.
Oliver Bierhoff bleibt über die Weltmeisterschaft 2006 hinaus Team-Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der 37-Jährige besiegelte vor dem Länderspiel gegen Frankreich mit DFB-Präsident Theo Zwanziger per Handschlag die weitere Zusammenarbeit.
Die vertraglichen Angelegenheiten sollen noch in diesem Jahr auch schriftlich fixiert werden. Einigung müssen beide Seiten noch in Details wie Gehalt und der Laufdauer des neuen Vertrags erzielen, die sogar bis zur übernächsten WM in fünf Jahren in Südafrika reichen könnte. «Nur um ein Jahr zu verlängern, macht keinen Sinn. Die Frage ist, ob bis zur Europameisterschaft 2008 oder sogar bis 2010», sagte Bierhoff.
In einem dpa-Gespräch auf dem Flug der DFB-Auswahl von Köln nach Paris schilderte der Team-Manager, dass die grundsätzliche Übereinkunft mit dem Geschäftsführenden Zwanziger eine Angelegenheit von wenigen Minuten gewesen sei. «Ich habe gesagt, dass ich es mir unter gewissen Bedingungen gut vorstellen könnte, weiter zu machen. Er hat gesagt, die Bedingungen werden schon erfüllt werden», sagte Bierhoff. Er werde bei seinen Forderungen «nicht abheben», sondern sich im gegenseitigen Vertrauen bewegen. «Wir wissen, dass wir beide keine Spinner sind und uns einig werden. Ich denke, man kann das noch in diesem Jahr zum Abschluss bringen», sagte Bierhoff.
Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän hatte die neue Position des Team-Managers innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im vergangenen Jahr beim gemeinsamen Neubeginn mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach der Europameisterschaft in Portugal angetreten. Sein aktueller Vertrag ist wie der von Klinsmann bis zur WM befristet. Der Trainer begrüßte die mündliche Einigung: «Ich freue mich darüber, wenn sich der DFB in den Gesprächen mit Bierhoff verständigt hat».
Bierhoffs Kompetenzen werden dahingehend erweitert, dass er bei der möglichen Suche nach einem Nachfolger für Klinsmann ebenso mitentscheiden würde wie bei der anstehende Neuverpflichtung eines Technischen Direktors. «Es ist klar, dass der Team-Manager noch mehr Gewicht haben wird im Gefüge des DFB», sagte Bierhoff.
Zwanziger benannte in der Zeitung «Die Welt» das Anforderungsprofil für den Sportdirektor, der noch vor der WM gefunden werden soll. «Er muss der Chef der Nachwuchsförderung, der Vorgesetzte des Trainerstabes sein und die Trainerausbildung und - weiterbildung im Rang des Direktors mit Personalverantwortung begleiten», sagte der Verbandspräsident. Den Wunschkandidaten von Klinsmann und Bierhoff, Ex-Bundestrainer Berti Vogts, schloss Zwanziger nochmals nachdrücklich aus. «Vogts war im Präsidium nicht durchzusetzen», bestätigte Bierhoff.
Auch eine Beförderung von U 21-Nationaltrainer Dieter Eilts ist nicht vorgesehen. «Der Technische Direktor sollte einer sein, der nicht Ambitionen als Trainer hat. Er soll keine Mannschaft betreuen», betonte Bierhoff. Damit passt auch der derzeit arbeitslose und als aussichtsreicher Kandidat gehandelte Trainer Matthias Sammer eigentlich nicht ins Profil.
Theo Zwanziger, der nach der Weltmeisterschaft als alleiniger DFB-Chef auch die Verantwortung für die Nationalmannschaft von seinem aktuellen Amtskollegen Gerhard Mayer-Vorfelder übernimmt, hat mit der langfristigen Bindung von Bierhoff die Weichen wie angestrebt frühzeitig für eine Fortsetzung des eingeleiteten Umbruchs beim DFB gestellt. Auch von Klinsmann hat er vor wenigen Wochen zumindest eine Absichtserklärung für ein Weitermachen als Bundestrainer über die WM 2006 hinaus erhalten. Im Gegensatz zu Bierhoff wird Klinsmann seinen Vertrag aber frühestens nach der WM und abhängig vom sportlichen Erfolg verlängern.