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Klinsmann bereit zum Gipfel mit Liga-Managern

Hamburg (dpa) - 10.10.2005, 19:15 Uhr

Jürgen Klinsmann während des Trainings der Nationalelf in Hamburg.
Jürgen Klinsmann während des Trainings der Nationalelf in Hamburg.

Ein Gipfeltreffen zwischen Jürgen Klinsmann und den Managern der Fußball-Bundesliga soll den aufgebrochenen Konflikt um die deutsche Nationalmannschaft entschärfen.

Liga-Chef Werner Hackmann hatte nach konträren Meinungen aus den Profi-Vereinen ein entsprechendes Gespräch angeregt und Klinsmann ins Boot geholt. «Natürlich bin ich bereit für ein Treffen mit den Managern. Unsere Tür steht immer offen», sagte Klinsmann in Hamburg.

Der Wahl-Amerikaner machte aber deutlich, dass er seinen eingeschlagenen Weltmeisterschafts-Weg und die Arbeitsinhalte nicht ändern werde. «Wir erwarten nicht, dass wir in allen Bereichen auf gleicher Wellenlänge sind. Nur unser Maßstab ist die WM und nicht die nationale Meisterschaft», erklärte Klinsmann zu den Kritikpunkten aus der Liga. So hatte Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs «Irritationen» über den Trainingsumfang im Nationalteam moniert. «Ich habe mit Thomas Schaaf telefoniert. Unsere Arbeit ist nicht von kurzfristigem Denken geprägt», erklärte Klinsmann.

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Seit ihrem Amtsantritt im Juli 2004 verfolge die sportliche Leitung der Nationalelf einen durchdachten Plan. «Und eins ist klar: Von diesem Plan bringt uns nichts ab», unterstrich der Bundestrainer trotz unterschiedlicher Auffassungen in den Profi-Clubs. So forderte Schalke-Coach Ralf Rangnick, dass der Trainingsschwerpunkt in der Nationalmannschaft mehr im taktischen Bereich liegen solle. Felix Magath hatte sogar die Verletzungsmisere des FC Bayern München mit der Belastung durch die Nationalmannschaft in Verbindung gebracht.

Angesichts der Verschärfung forderte Franz Beckenbauer eine schnelle Beendigung der verbalen Auseinandersetzungen. «Es geht hier um ein Fußball-Ereignis, das wir in den nächsten 50 Jahren nicht mehr in Deutschland erleben werden. Da haben Eigeninteressen bis Juni 2006 mal zurück zu stehen», schrieb der WM-Chef in seiner «Bild»-Kolumne. Beckenbauer riet jedoch auch Klinsmann, alle Angriffspunkte zu beseitigen. Das betreffe vor allem die seltene Präsenz des Bundestrainers in Deutschland und in der Bundesliga.


Hertha-Manager Dieter Hoeneß, der in Istanbul mit Klinsmann lange gesprochen hatte, sieht zwar «ein paar Dinge zu klären», dies solle aber intern getan werden. Liga und Nationalmannschaft müssten sich als Einheit präsentieren und einen Dialog führen: «Denn alle profitieren von einer erfolgreichen WM.»

Liga-Präsident Hackmann warnt vor Panik: «Wir müssen auch in schwierigen Zeiten mit einer Stimme sprechen.» Teammanager Oliver Bierhoff sieht die öffentliche Debatte als Sturm im Wasserglas. «Wir versuchen, Konflikte zu vermeiden. Jürgen Klinsmanns Verbindung zu den Trainern ist optimal, bei mir mit den Managern sowieso. Ich stehe in ständigem Kontakt mit ihnen», betonte der Manager. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder riet der Liga zur Zurückhaltung: «Wenn Trainer, die mehrere Spieler abstellen, sich einbringen wollen, ist das okay. Aber Trainer, die nur einen Spieler abstellen, sollen nicht große Reden schwingen. Das ist nicht hilfreich.»

Klinsmann will sich auch weiterhin nicht in die Belange der Clubs einmischen, verlangt im Gegenzug das Gleiche. «Wir akzeptieren, dass jeder Trainer seine eigene Philosophie hat. Aber wir sind zuständig für die absolute Elite. Unsere Aufgabe ist es, die deutschen Top-Spieler auf ein Niveau zu bringen, um bei der WM unsere Ziele erreichen zu können», betonte Klinsmann. «Wer Champion werden will, muss mehr investieren», verteidigte Assistenztrainer Joachim Löw die hohen Anforderungen in allen Bereichen an die Nationalspieler.

Einige Bundesliga-Trainer sehen sich mit dem DFB-Trainerstab durchaus auf einer Wellenlänge. «Es ist doch gut, dass man sich mal anderen Trainingsmethoden öffnet», betonte HSV-Trainer Thomas Doll. Mit Deuser-Bändern werde doch schon seit Jahren gearbeitet, davon bekomme kein Profi Muskelkater.

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