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Holzhäuser: Unterstützung für Klinsmann ist groß

Leverkusen (dpa) - 25.08.2005, 12:01 Uhr

Ligaverbands-Vizepräsident (DFL) Wolfgang Holzhäuser.
Ligaverbands-Vizepräsident (DFL) Wolfgang Holzhäuser.

Ligaverbands-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser hält den Vorwurf der mangelnden Unterstützung der WM-Planung von Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann durch die Bundesliga-Clubs für unbegründet.

«Er sollte aufpassen, dass er seine Argumentation nicht überzieht. Noch kein Bundestrainer hat so viel Unterstützung erhalten wie Jürgen Klinsmann», erklärte Holzhäuser, der sowohl dem Vorstand der Deutschen Fußball Liga (DFL) angehört als auch Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist, in einem dpa-Gespräch.

Natürlich müsse der Bundestrainer eine optimale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wie nur möglich fordern. «Aber es hat noch nie so viele Länderspiele gegeben wie jetzt. Diese Belastung durch Nationalmannschafts-Einsätze ist auf längere Sicht für viele Vereine nur schwer zu verkraften und darf keine Dauerlösung werden», kritisierte Holzhäuser.

Dass so kurz nach Beginn der Bundesliga-Spielzeit ein Länderspiel (2:2 gegen die Niederlande) stattfand, sei ebenfalls neu. Gerade für die erfolgreicheren Vereine bedeutete dies wieder die Abstellung von Spielern, die teilweise nicht einmal die Strapazen des Confed-Cups überwunden hätten. «Ich will es einmal deutlich sagen: Ob FIFA, UEFA oder DFB - die Verbände können leicht Länderspiel-Perioden ansetzen oder deren Ansetzungen zustimmen», sagte der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen. «Sie haben schließlich keine direkte Verantwortung zu tragen. Die Vereins-Verantwortlichen aber wohl. Und wenn durch zu starke Belastung der Saisonauftakt 'versiebt' wird, haben die Clubs die Folgen zu tragen.» Allein Bayer 04 musste diese Woche über zehn Abstellungsverpflichtungen zu Länderspielen nachkommen.

Keinen Zeitdruck gebe es beim Thema Vertragsverlängerung für Klinsmann und Manager Oliver Bierhoff über 2006 hinaus sowie bei der Entscheidung über die Besetzung des geplanten Sportdirektor-Postens. «Das sehe ich nicht so dramatisch. Dies sollte man ohne Hast und Eile angehen», meinte Holzhäuser. Dass der Sportdirektor ein Mann aus dem Osten sein soll, wie es der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger als wünschenswert ansieht, sei keine unverrückbare Festlegung: «Wenn es einen aus dem Westen gibt, der das Anforderungsprofil erfüllt, wird Zwanziger ihn nicht ablehnen.»


Dringlicher sind für Holzhäuser die Verhandlungen der DFL über die Vergabe der Bundesliga-Fernsehrechte, die am Saisonende mit ARD/ZDF, dem Deutschen Sportfernsehen (DSF) und dem Pay-TV-Sender Premiere auslaufen und in dieser Spielzeit rund 300 Millionen Euro einbringen. Zur Diskussion über einen TV-Wert des deutschen Profi-Fußballs von einer Milliarde Euro sagte Holzhäuser: «Da gibt es eine ganz einfache Rechnung. Premiere hat herausgefunden, dass 50 Prozent der Zuschauer ihr Abonnement wegen des Fußballs gekauft haben.» Und der Börsenwert von Premiere betrage nach Schätzungen zwei Milliarden Euro. «Ergo hat der Fußball diesen Wert. Eine einfache, aber doch verständliche Rechnung», resümierte der Betriebswirt. «Ob sie aber aufgeht, ist natürlich eine andere Frage.»

Eine weitere Einnahmequelle könnte für ihn die Vermarktung des Bundesliga-Namens sein, wobei nicht nur der Preis stimmen müsste. «Der Namensponsor dürfte nicht gegen Ethik und Moral verstoßen. Natürlich müssen wir auch darauf achten, dass durch die Namensgebung andere Sponsoren nicht vor den Kopf gestoßen werden», so Holzhäuser. Als möglicher Interessent für ein Namens-Sponsoring gilt Premiere und als denkbare Summe für ein Engagement 40 bis 50 Millionen Euro. «Hier ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen», betonte Holzhäuser.

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