Konflikt zwischen DFB und DFL um Benefizspiel
Hamburg (dpa) - 24.08.2005, 14:42 Uhr
Jürgen Klinsmann, der Bundestrainer der DFB-Auswahl, in Rotterdam.
Zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist ein Konflikt um das im Grundlagenvertrag vereinbarte Benefizspiel entbrannt. Dies bestätigten Ligapräsident Werner Hackmann und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff der dpa. Bierhoff ist kategorisch gegen eine Beteiligung der Nationalmannschaft an einer derartigen Veranstaltung vor der WM im nächsten Jahr. «Wir lehnen das aus zwei Gründen ab. Erstens ist die Beanspruchung der Spieler schon jetzt sehr groß. Zweitens sind Spiele der Nationalmannschaft gegen solche Auswahlmannschaften immer undankbar», schilderte Bierhoff die Haltung der sportlichen Leitung um Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Dies sei «dummes Zeug», konterte Hackmann. Am Rande des Länderspiels in der vergangenen Woche in den Niederlanden hatten sich beide Parteien nicht auf eine Lösung des Problems verständigen können. Im neuen Grundsatzpapier, das DFB und DFL im vergangenen Jahr verabschiedet haben, ist für jedes ungeraden Kalenderjahr ein Benefizspiel festgeschrieben, dessen Erlös in ein DFL-Projekt fließen soll. Als möglicher Termin wurde der 16. November genannt, vier Tage nach dem Länderspiel in Paris gegen Frankreich. Dies lehnen die Trainer ab. «Wir haben auf diesen Termin verzichtet, damit die Spieler eine Woche in Ruhe trainieren können. Gerade in dieser Zeit sind sie voll gestopft mit Spielterminen», sagte Bierhoff.
Hackmann bezeichnet dies als «Argument, das sorgfältig abgewogen werden muss». Grundsätzlich aber sei man nicht zu einem Verzicht auf das Benefizspiel bereit: «Unser Anspruch besteht, und darauf bestehen wir auch.» Auch Wolfgang Holzhäuser, DFB- und DFL-Vizepräsident, will in dieser Frage nicht nachgeben: «Da bin ich der Meinung von Hackmann. Dann muss man eben ein Länderspiel weniger austragen.» Auf der Präsidiums-Sitzung des DFB soll über das laut Bierhoff «einzig wirkliche Problem zwischen uns und der Liga» diskutiert werden. Dem DFL-Ligavorstand will Hackmann Anfang September Bericht erstatten. |