«Lukas II»: Sinkiewicz tritt aus Poldis Schatten
Köln (dpa) - 24.08.2005, 13:16 Uhr
Der Kölner Lukas Sinkiewicz freut sich über einen Sieg.
In der DFB-Elf gibt es nun «Lukas II». Mit der Nominierung für die Länderspiele gegen die Slowakei und Südafrika (3. und 7. September) ist Lukas Sinkiewicz aus dem Schatten seines populären Mitspielers beim Bundesligisten 1. FC Köln, Lukas Podolski, getreten. «Es freut mich riesig. Jeder träumt davon, bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land dabei zu sein», sagte der 19-jährige Abwehrspieler, «und jetzt habe ich die Chance bekommen.» Erfahren hat Sinkiewicz von seiner Berufung erst mit Verspätung. Bundestrainer Jürgen Klinsmann konnte ihn zunächst nicht erreichen, weil der Youngster beim Abschiedsspiel für Thomas Häßler im RheinEnergieStadion war. Erst als der im polnischen Tichau geborene Jung-Profi nach Hause kam, sah er auf dem Telefon-Display die amerikanische Nummer von Klinsmann, den er daraufhin zurückrief. «Er meinte, ich solle locker bleiben und es werde mir bestimmt Spaß machen bei der Nationalelf», berichtete Sinkiewicz in einem Interview mit dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Wirklich überrascht hat den über den FC Flerzheim, VfL Rheinbach und den 1. FC Quadrath-Ichendorf nach Köln gelangten Sinkiewicz die Nominierung nicht. «Ein kleines bisschen Hoffnung hatte ich immer, bei der WM teilnehmen zu können. Nun ist die Nominierung früher gekommen, als ich gedacht habe. Aber im Grunde habe ich immer daran geglaubt», sagte er. Dabei hat der Defensivspieler erst sechs Bundesliga-Einsätze als Reverenz vorzuweisen, gehörte jedoch mit 26 Partien zu den Stammkräften in der vergangenen Zweitliga-Saison und hinterließ bereits Spuren in der U21-Nationalmannschaft.
«Ich freue mich außerordentlich für ihn, doch es war etwas, was ich irgendwann erwartet habe», meinte Kölns Trainer Uwe Rapolder, der große Stücke auf Sinkiewicz hält: «Der Lukas hat ein großes Potenzial, weil er ein Abwehrspieler moderner Prägung ist, der sowohl gegen den Mann als auch im Raum gut spielen kann.» Zudem könne er «vernünftig nach vorne spielen», habe ein «gewisse Kopfballstärke» und sei mental relativ weit. «Das sind Dinge, die aus einem Spieler vielleicht mal einen Nationalspieler machen könnten», so Rapolder. «Ich hoffe, dass er die Nominierung nicht nur als Chance sieht, sondern auch als Verantwortung.» Positiv haben auch seine Mannschaftskameraden vom 1. FC Köln die Nachricht von der Berufung in die DFB-Auswahl aufgenommen. «Alle haben geklatscht», berichtete der 1,90 Meter große und 88 Kilogramm schwere Sinkiewicz. Er will aber nicht nur Zustimmung, sondern sich im DFB-Team durchsetzen: «Ich fahre natürlich zur Nationalmannschaft, um dort auch zu spielen. Das ist mein Ziel. Ich will mich in diesem Kreis zeigen.» Der Wahl-Kölner verschafft sich im übrigen nicht nur in Interviews mit kernigen Sprüchen, sondern auch auf dem Fußball-Platz energisch Gehör: «Ich gebe Kommandos und übernehme Verantwortung.»
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