Für den Brasilianer Lincoln wird es keine Einladung in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geben. Diese Entscheidung fasste die sportliche Leitung um Bundestrainer Jürgen Klinsmann.
«Die Trainer und ich haben das Angebot von Lincoln besprochen. Wir freuen uns, dass ein solcher Ausnahmespieler daran interessiert ist, für Deutschland zu spielen. Obwohl er sicherlich eine sportliche Verstärkung wäre, sind wir nach reiflicher Überlegung jedoch zu der Entscheidung gekommen, sein Angebot abzulehnen, da ein engerer Bezug von Nationalspielern zu Deutschland bestehen sollte, als dies bei Lincoln der Fall ist», begründete Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff den Verzicht auf den Mittelfeldspieler des FC Schalke 04.
Die Aussagen des 26-jährigen Lincoln, dass die deutsche Nationalmannschaft jetzt ein Thema für ihn sei, hatte bei Fans und Experten eine widersprüchliche Diskussion ausgelöst. Während sich beispielsweise Schalke-Manager Rudi Assauer und auch auch dessen Bayern-Kollege Uli Hoeneß positiv zu einer möglichen Einbürgerung des Brasilianers und einer DFB-Berufung äußerten, meldeten andere wie Ex-Teamchef Rudi Völler ihre Bedenken an: «Wenn sich die Brasilianer noch melden, kippt Lincoln um.»
Klinsmann, Bierhoff und Assistenztrainer Joachim Löw hatten bei der Diskussion um das Aufgebot der Nationalmannschaft für die Länderspiele gegen die Slowakei am 3. September und vier Tage später gegen Südafrika am 7. September über die Personalie Lincoln diskutiert. «Ich bin kein Freund davon, sich eine Nationalmannschaft zusammen zu kaufen», erklärte Manager Bierhoff. Eine Verbindung zu Deutschland wie etwa bei Gerald Asamoah, der in diesem Land aufgewachsen ist, müsse schon bestehen. Lincoln lebt erst seit vier Jahren in Deutschland und besitzt bei Schalke einen Vertrag bis 2008.