Podolski und Schweinsteiger wieder in DFB-Elf
Hamburg (dpa) - 21.08.2005, 12:26 Uhr
Jürgen Klinsmann (r) und Joachim Löw (l) beim Training der Nationalmannschaft.
Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger kehren nach ihrer Zwangspause gegen die Niederlande in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zurück. Assistenztrainer Joachim Löw kündigte an, dass die beiden Jungstars für die Länderspiele am 3. September in der Slowakei und vier Tage später gegen Südafrika nominiert werden sollen. «Es ist geplant, dass Lukas und Bastian wieder zum Kader gehören», sagte Löw der dpa. Voraussetzung sei, «dass Schweinsteiger nach seinen Achillessehnen-Beschwerden wieder fit ist». Dem Kölner Podolski bescheinigte Löw, der den Pokal-K.o. des Bundesligisten in Offenbach live verfolgte: «Er hat sich körperlich eindeutig verbessert.» Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird voraussichtlich am Mittwoch das Aufgebot benennen, das sich vom 30. August an in Berlin auf die beiden Begegnungen in Bratislava und Bremen vorbereitet. Seit Sonntag steht ein ganz neuer Name für das Trainerteam zur Diskussion. Der Brasilianer Lincoln (26) vom FC Schalke 04 bot via «Bild am Sonntag» die Einbürgerung an, weil er keine Chancen mehr sieht für eine Berufung in die Auswahl seines Heimatlandes. «Ganz ehrlich, früher wäre das für mich nie denkbar gewesen. Aber das ist jetzt anders. Wenn Klinsmann mich einladen würde, wäre das sofort aktuell. Die deutsche Nationalelf ist jetzt wirklich ein Thema für mich», sagte Lincoln, der keine deutschen Vorfahren besitzt.
Dies war allerdings auch beim gebürtigen Südafrikaner Sean Dundee der Fall, der 1995 auf Betreiben des damaligen Bundestrainers Berti Vogts eingebürgert wurde, aber nie für die Nationalmannschaft zum Einsatz kam. Für Löw kam Lincolns Antrag überraschend. «Es gibt im Moment keinen Grund, so etwas zu kommentieren», äußerte er sich zurückhaltend. Derweil hat der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger den Bundestrainer aufgefordert, sich frühzeitig zu äußern, ob er auch nach der WM im nächsten Jahr im Amt bleiben will. «Ende Oktober sollten wir uns zusammensetzen. Er weiß, dass der Verband, das Präsidium und ich dann ein Signal brauchen. Und dann kann es bei uns ganz schnell gehen», sagte Zwanziger der «Welt am Sonntag». Sollte Klinsmann absagen, könnte sich der 60-jährige Funktionär auch Löw als künftigen sportlichen Leiter vorstellen: «So ein Mann kann immer und überall in der ersten Reihe stehen.» |
Von Klinsmanns Zukunftsplanung hängt nach Zwanzigers Einschätzung auch die Entscheidung über den künftigen Sportdirektor ab, über den das DFB-Präsidium am Freitag beraten will. «Klinsmann ist unser erster Ansprechpartner. Der Dreiklang zwischen Bundestrainer, Manager und Sportdirektor muss zusammenpassen», meinte Zwanziger, der die neue Planstelle langfristig besetzen will: «Der Vertrag muss vier Jahre laufen, um Kontinuität zu gewährleisten.» Möglichst früh und im Notfall unabhängig von Klinsmanns Entscheidung soll auch der bis zur WM befristete Vertrag mit Manager Oliver Bierhoff verlängert werden. Der ehemalige Nationalstürmer schaltete sich am Wochenende in die Aufarbeitung des 2:2 gegen die Niederlande ein und nahm sich in der «Bild am Sonntag» vor allem Chelsea-Dauerreservist Robert Huth zur Brust. «Robert wirkte zuletzt sehr entschlossen und will sich bei Chelsea durchsetzen. Aber wenn das nicht klappt, muss er sich im Dezember Gedanken machen, wie es weitergeht», stellte Bierhoff dem 21-jährigen Verteidiger indirekt ein Ultimatum, andernfalls gefährde Huth sein WM-Ticket: «Robert weiß, dass er auf Dauer spielen muss.»
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