Oranjes trotz «Peiniger» Robben nicht belohnt
Rotterdam (dpa) - 18.08.2005, 12:41 Uhr
Der Niederländer Arjen Robben lässt sich von seinen Fans feiern.
Arjen Robben kam als Held des Tages zuletzt aus der Umkleidekabine im Stadion «De Kuip» - derweil erhob Roy Makaay schwere Vorwürfe gegen Deutschlands Jung-Verteidiger Robert Huth. «Wenn ich bei dem üblen Foul von hinten nicht im richtigen Moment hochgesprungen wäre, läge ich jetzt wohl im Krankenhaus», erregte sich Makaay über die Szene in der 68. Minute, als der eben eingewechselte Huth den Bayern-Star umsenste. Als «rotwürdig» stufte der niederländische Angreifer das Vergehen des Chelsea-Profis ein und mahnte: «So geht man nicht mit Kollegen um, das war fahrlässig von ihm. Ich weiß nicht, was das soll in einem Freundschaftsspiel.» Ein wenig Frust schwang bei Makaay auch mit, dass die «Oranjes» trotz eines überragenden zweifachen Torschützen Robben und der 2:0- Führung den Sieg gegen den Erzrivalen noch aus der Hand gaben. «Zwei Fehler und wir spielen unentschieden in einem Spiel, das man klar gewinnen muss», ärgerte sich der Torjäger des FC Bayern, der bei seinem 45-Minuten-Einsatz seinen Vereinskollegen Oliver Kahn nicht überwinden konnte. In der Bundesliga traf der 30-Jährige in zwei Spielen schon fünf Mal.
Auch Makaay lobte Robben, der vor allem «Notverteidiger» Bernd Schneider und Christian Wörns einen unruhigen Abend beschert hatte. «Er ist enorm gefährlich, sauschnell und schwer zu bremsen», schilderte Makaay. Zugleich aber bemängelte er am Sturmpartner den fehlenden Überblick bei der größten Chance nach der Pause: «Er muss einfach den Ball quer spielen, dann mach' ich ihn rein.» Zuvor und danach hatte der Stürmer des FC Chelsea, dem erst der zweite Doppelpack in seiner Profi-Laufbahn gelang, die deutschen Defensivkräfte schwindelig gespielt. «Robben peinigt die Deutschen - aber Oranje gewinnt nicht», titelte die Zeitung «Algemeen Dagblad». «Die Belohnung blieb aus», schrieb der «Telegraaf», während Nationalkeeper Edwin van der Sar erklärte: «Wir haben dumm den Sieg verschenkt.» Makaay sah es ähnlich: «Man weiß, dass der Gegner auf diesem Niveau auf Fehler wartet - und wir haben welche gemacht. Und man weiß von Deutschland, dass sie mit Standards gefährlich sind. Das Spiel endete blöd unentschieden.» Robben, der sich in den vergangenen Monaten oft mit Verletzungen herumplagen musste, genoss dennoch seinen Gala-Auftritt im 15. Länderspiel. «Wir haben die erste halbe Stunde sehr gut gespielt, darauf können wir aufbauen», erklärte der 21-Jährige und erzählte den Reportern noch eine rührende Geschichte. Vor dem Spiel sei seine Mutter zu ihm gekommen und habe ihn gebeten, er solle doch «ein Törchen» für die verstorbene Oma schießen. «Großmutter hätte heute Geburtstag gehabt», berichtete Robben, der Mama den Gefallen tat. Und er erfüllte auch seinem gescholtenen Chelsea-Teamkollegen Huth den Wunsch, mit ihm das Trikot zu tauschen.
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