Das Mauern der Wechsel-Kandidaten
München (dpa) - 02.06.2005, 14:39 Uhr
Oliver Bierhoff (l), Michael Ballack und Andreas Köpke unterhalten sich.
Die Wechsel-Kandidaten mauern, aber in der Transferküche Nationalmannschaft brodelt es gewaltig. Torsten Frings in einem Tauschgeschäft zurück zu Werder Bremen, Kevin Kuranyi doch zu Schalke 04, dazu ein reizvoller Flirt zwischen Michael Ballack und Real Madrid: Im DFB-Quartier in München rankten sich zwei Tage vor dem Testspiel in Belfast gegen Nordirland die Gerüchte und Spekulationen. Mit dem Münchner Frings und dem Stuttgarter Kuranyi könnten zwei Stammspieler von Jürgen Klinsmann bald den Verein wechseln, Kapitän Ballack soll angeblich ein Angebot von Real für 2006 vorliegen. Und um den nachnominierten Thomas Brdaric gibt es ein heftiges Gerangel zwischen dem VfL Wolfsburg und Hannover 96. «Auch aus eigener Erfahrung weiß man, dass es gar nicht so dramatisch ist. Auf der einen Seite freut man sich über jeden Spieler, wenn er Sicherheit hat. Auf der anderen Seite ist so ein Turnier nochmal eine Möglichkeit, sich zu präsentieren», kommentierte Teammanager Oliver Bierhoff noch gelassen die Wechselbörse im eigenen Lager. Richtlinien oder gar Verbote wie einst unter Berti Vogts will die sportliche Führung um Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht festlegen. «Es sind alle Profis, die selbst mit der Situation umgehen können», erklärte Bierhoff, schloss aber seinen Wunsch an, dass die Kandidaten bis zum Beginn des Confederations Cups am 15. Juni ihre Lage geklärt haben. «Wenn nicht, ist es auch nicht zu ändern.»
Eine Überraschung sind solche Aktivitäten ohnehin nicht, vor jedem großen Turnier in der Vergangenheit hatte es Wettrennen um die Gunst der besten deutschen Fußballer gegeben. Im EM-Sommer 2004 hatte Frings seinen Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern erzwungen. Nur ein Jahr später könnte der 37-malige Nationalspieler nun im Tausch mit Valerien Ismael zu seinem Ex-Verein Werder Bremen zurückkehren. Frings selbst sagte dazu nichts. Bremens Manager Klaus Allofs wollte die Möglichkeit zumindest nicht ausschließen, hatte vor einer Woche auch mit Frings-Berater Norbert Pflippen gesprochen und das Bayern-Angebot für Ismael als Angebot bezeichnet, auf das man aufbauen könne. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will die Personalien Ismael und Frings strickt trennen. «Solch einen Menschenhandel, den macht man vielleicht in Italien und Spanien, aber wir sind hier nicht auf dem Basar», sagte der Bayern-Boss. |